Schriftenstreit zeichnet sich ab

26. Oktober 2002, 13:00
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Noch wird angenommen, dass es die Sumerer waren, die vor etwa 5000 Jahren in Mesopotamien die Schrift erfanden ...

Noch wird angenommen, dass es die Sumerer waren, die vor etwa 5000 Jahren in Mesopotamien die Schrift erfanden. Doch schon vermutet der Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo, Günter Dreyer, dass es die Ägypter waren. Beweisen will er das mit Schriftzeichen, die er in einem prädynastischen Königsgrab im ägyptischen Abydos entdeckt hat.

Er glaubt, dass die ältesten Zeichen aus Mesopotamien noch keine Schrift im eigentlichen Sinne darstellten, da sie Gegenstände und nicht Laute ausdrückten. Anders die nun entdeckten ägyptischen Schrifttafeln, die auf 3200 Jahre vor Christus datieren.

Eine Tafel zeige etwa einen Elefanten und Bergspitzen, was nach der aus späteren Jahrhunderten bekannten Hieroglyphenschrift den Lauten "Ab" für Elefant und "Dschu" für Berge entspricht und somit "Abydos" bedeuten könnte. Also Laute, Bausteine einer Schrift im eigentlichen Sinn.

Einen weiteren Beweis vermutet Dreyer in den Kellern des Ägyptischen Museums in Kairo: Dort liege ein unerforschter Papyrus von etwa 3000 vor Christus. Diesen will er nun entziffern.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25./26./27. 10. 2002)

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    Sumerische Inschrift

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