Deutsche Werbebranche weiter pessimistisch

25. Oktober 2002, 15:26
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Auch 2003 keine Erholung - Etatkürzungen verstärkt

Die deutsche Werbewirtschaft sieht auch für das kommende Jahr keine Erholung der Kommunikationsbranche. Angesichts der schwachen Konjunktur rechneten die Experten mit einem Umsatzrückgang zwischen drei und fünf Prozent, heißt es im Herbstbericht des Gesamtverbandes Werbeagenturen (GWA), der am Freitag in Berlin vorgestellt wurde. Für das Gesamtjahr 2002 sei mit deutlichen Umsatzrückgängen und Einsparungen bei den Personalkosten zu rechnen. Der Umsatz werde deutlich unter einem Prozent steigen.

Etatkürzungen verstärkt

Die Etatkürzungen hätten sich bei den Unternehmen weiter verstärkt, sagte der scheidende GWA-Präsident Lothar Leonhard. Das Klima in der Branche sei wie selten zuvor von Zurückhaltung und Pessimismus geprägt, heißt es in der Umfrage unter 94 Agenturen. Für das Jahr 2002 zeichne sich der schlechteste Geschäftsverlauf seit drei Jahren ab. Noch im Frühjahr hatte der GWA ein Wachstum der Werbeindustrie von 3,5 Prozent in diesem Jahr vorausgesagt.

"Starker Leistungsdruck"

Vor allem die Tageszeitungen seien mit dem Verlust von Stellenanzeigen weiterhin einem "starkem Leistungsdruck" ausgesetzt, sagte Leonhard. Auch das von der Union vorgeschlagene Werbeverbot für ARD und ZDF sei für die Werbewirtschaft und das öffentlich rechtliche Fernsehen verheerend.

Verschärfung der Lage durch geplantes Werbeverbot für Tabak

Zur Verschärfung der Lage trage außerdem das geplante Werbeverbot für Tabak bei, sagte der am Freitag neu gewählte GWA-Präsident Holger Jung, Mitinhaber der Agentur Jung von Matt.

Werbeinvestitionen deutlich gekürzt

Die Werbeinvestitionen seien im ersten Halbjahr 2002 deutlich zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2002 seien nur 3 Prozent der Agenturen mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden (2001: 15 Prozent) gewesen. Für das zweite Halbjahr erwarteten nur 28 Prozent für die eigene Agentur einen ansteigenden Geschäftsverlauf (2001: 37 Prozent). Mehr als die Hälfte der Agenturen rechneten mit einen sinkenden Umsatz, 2001 waren es nur ein Viertel.

Zwei Mal im Jahr veröffentlicht der GWA eine Umfrage zum Geschäftsklima in der Agentur- und Werbebranche. Am GWA-Herbstmonitor 2002 haben 94 Agenturen teilgenommen. (APA/dpa)

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