Germanwings landet in Wien

25. Oktober 2002, 15:52
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Lufthansa-Tochter startet als vierter Billiganbieter in Österreich - Boom der Discountairlines schwappt aus Deutschland über

Wien - Am Sonntag landet eine neue Fluggesellschaft in Wien: Die deutsche Germanwings verbindet mit Beginn des Winterflugplans die Stadt an der Donau drei Mal täglich mit der Rheinmetropole Köln. Germanwings (Köln) ist eine Tochter der deutschen Chartergesellschaft Eurowings, an der die Lufthansa mit knapp 25 Prozent beteiligt ist. Das neue Unternehmen bietet Flüge ab 29 Euro einschließlich Steuern und Gebühren zu elf europäischen Zielen an, darunter auch Wien.

Damit ist der Boom bei deutschen Billigfluggesellschaften der vergangenen Monate in gedämpftem Ausmaß auch auf Österreich übergeschwappt. Erst Mitte Oktober nahm Air Berlin die Tagesverbindung Wien-Dortmund auf.

Nummer vier

Germanwings ist nach der irischen Ryanair, der deutschen Air Berlin und dem Ein-Maschinen-Unternehmen InterSky die vierte Billigfluggesellschaft, die direkt in Österreich operiert. Seit Frühjahr ist auch die Gesellschaft SkyEurope mit zwei Maschinen vom grenznahen slowakischen Flughafen Bratislava/Pressburg aktiv. Eigene Shuttlebusse bringen Fluggäste vom nur 50 Kilometer entfernten Wien zum Flughafen.

Bereits im Vorjahr hat sich die erste Billig-Airline wieder aus Österreich zurückgezogen: Ende Oktober 2001 stellte die englische KLM-Tochter buzz ihre Wien-London-Verbindung nach nicht einmal zwei Jahren wieder ein. Wegen hoher operativer Kosten habe man nicht den gewünschten Ertrag erreicht.

"Günstig-Airline"

Germanwings, die sich selbst nicht als Billig-, sondern als "Günstig-Airline" verstehen, haben vor ihrem Start gut 160.000 Flugscheine verkauft. Anders als andere "no frills"-Anbieter fliege Germanwings wirklich in die angeführten Metropolen, betont Geschäftsführer Joachim Klein: "Wir beteiligen nicht am Etikettenschwindel und fliegen unsere Passagiere zu abseits gelegenen Provinzflughäfen, wenn wir ihnen zuvor Flüge zu den europäischen Metropolen versprochen haben". Denn "Hahn ist nicht Frankfurt, Pisa nicht Florenz und Bergamo nicht Mailand".

Auch AUA denkt über Billig-Tochter nach

Die Austrian Airlines-Gruppe gibt sich nach außen unbeeindruckt. Man sei sehr gut aufgestellt und beweise mit wöchentlichen Preisangeboten, dass "wir auch mit dem Preis spielen können", sagte AUA-Vorstandschef Vagn Sörensen. Intern wird aber bei der AUA wie bei der Swiss Air über die Gründung einer eigenen Billigfluggesellschaft nachgedacht. Die AUA selbst sieht den Marktanteil der Billigflieger in Europa in den nächsten Jahren von derzeit 6 auf 20 und 25 Prozent steigen. (APA)

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    Versteht sich nicht als "Billig-", sondern als "Günstig-Airline": Germanwings.

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