Prozess gegen Winona Ryder: Drei Jahre Haft drohen

25. Oktober 2002, 18:01
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Aus vierzig Personen wurden zwölf Geschworene gewählt, die über das Schicksal der Schauspielerin bestimmen sollen

Beverly Hills - Mit der Wahl der zwölf Geschworenen hat nach monatelangen Verzögerungen am Donnerstag (Ortszeit) in Beverly Hills (Kalifornien) der Prozess gegen Winona Ryder begonnen. Aus den 40 Anwärtern wird eine Jury zusammengestellt, die in den kommenden zehn Tagen über das Schicksal des Hollywoodstars entscheiden wird. Der Schauspielerin wird vorgeworfen, in der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres in einem Edelkaufhaus in Beverly Hills Waren im Wert von 5.000 Dollar (5.135 Euro) gestohlen zu haben. Winona Ryder wiederholte ihre bekannte Aussage, sie sei "nicht schuldig".

Drei Jahre Haft drohen

Bei einer Verurteilung drohen Ryder, die am kommenden Dienstag ihren 31. Geburtstag feiert, bis zu drei Jahre Haft. Zum Prozessauftakt verlas Richter Elden Fox auch die jetzt abgeänderte Anklage gegen den Star: Diebstahl, Einbruchdiebstahl und Vandalismus.

Unerlaubter Medikamentenbesitz

Ein vierter Anklagepunkt wegen unerlaubten Medikamentenbesitzes war in der vergangenen Woche auf Antrag der Staatsanwaltschaft fallen gelassen worden. In der kommenden Woche soll mit der Beweisaufnahme begonnen werden. Der Richter rechnet mit einem Urteil in frühestens zehn Tagen.

Winona Ryder auf der Anklagebank

Winona Ryder, die in einem weißen Seidenkleid mit Blümchenmuster und pinkfarbener Strickjacke auf der Anklagebank Platz nahm, wiederholte ihr vor Monaten zu Protokoll gegebenes Plädoyer: "Nicht schuldig" in allen Punkten. Außerdem machte sie sich ebenso wie ihr Anwalt Notizen über die künftigen Geschworenen, die zuvor einen Fragekatalog beantworten müssen, um ihre Unbefangenheit zu unterstreichen. Angesichts des monatelangen Medienspektakels um die Schauspielerin mutet die erste Frage allerdings merkwürdig an: "Haben Sie schon einmal irgendwelche Artikel oder Fernsehberichte über Winona Ryder gesehen?"

Voraussetzung für ihre Wahl ist unter anderem, dass den Geschworenen keine Details aus den Ermittlungen gegen die Schauspielerin bekannt sind. In den USA machen der schwebende Prozess gegen Ryder sowie ein öffentlich ausgetragener Schlagabtausch zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung allerdings seit Monaten Schlagzeilen. Der Staatsanwaltschaft zufolge ist auf einem Überwachungsvideo des Kaufhauses eindeutig zu sehen, wie Ryder Luxuswaren in ihren Taschen verschwinden lasse. Die Verteidigung hat angekündigt, sie werde Kaufbelege für das angebliche Diebesgut vorlegen. (APA/dpa)

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