Malaria mit günstiger "Nebenwirkung" gegen Aids

25. Oktober 2002, 13:20
posten

Leichte Infektion senkt das Risiko einer HIV-Übertragung von Schwangeren auf ihre Kinder - Ursache unklar

Amsterdam - Eine leichte Malariainfektion senkt das Risiko einer HIV-Übertragung von Schwangeren auf ihre Kinder. Das ist das überraschende Ergebnis von Studien in Kenia, an denen auch die niederländische Organisation für wissenschaftliche Forschung beteiligt war. Die Ursache für diesen seltsamen Zusammenhang ist bisher noch unklar.

Voraussetzung sei allerdings auf jeden Fall eine leichte Infektion, betonten die Experten. Leider lasse sich aber bei Malaria nie vorhersagen, ob sie einen schweren Verlauf nehme oder nicht.

Wirkungszusammenhänge

Die Epidemiologen hatten in Kenia die Auswirkungen von HIV und Malaria auf Mutter und Kind während und nach der Schwangerschaft untersucht. Ergebnis: Werdende Mütter haben generell ein erhöhtes Malariarisiko. Das gilt umso mehr, wenn es sich um die erste Schwangerschaft junger Frauen unter 20 Jahre handelt.

Auch HIV erhöht demnach die Malaria-Gefahr. Eine Kombination beider Infektionen bedroht Mutter und Kind besonders: Während und nach der Schwangerschaft ist die Gefahr einer Blutarmut bei beiden ausgesprochen hoch. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Ein Weibchen der Anopheles-Mücke bohrt ihren feinen Stechrüssel tief in die Haut ihres menschlichen Opfers und saugt sich mit Blut bis zum Vierfachen des eigenen Gewichts voll. Mit ihrem Speichel spritzt die Mücke oft einen Einzeller in die Adern des Menschen - Plasmodium falciparum, den Erreger der Malaria.

Share if you care.