Rücktritt? Andi Herzog denkt daran

25. Oktober 2002, 13:00
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Rapid-Kapitän: "In einer spielerisch besseren Mannschaft würde ich mir leichter tun"

Wien - Österreichs Fußball-Rekordteamspieler Andreas Herzog hat in einem Interview mit dem deutschen Sportmagazin "kicker" (Donnerstag-Ausgabe) Rücktrittsgelüste anklingen lassen. "Ich bin in einer Formkrise, spiele schlecht. Irgendwann ist auch meine Zeit abgelaufen, das ist leider so", meinte der 34-jährige Rapid-Kapitän, der wegen Bandscheiben-Problemen beim großen Wiener Derby gegen die Austria am Sonntag im Hanappi-Stadion fehlen wird.

Ziel: das 100. Länderspiel

"Seit ich wieder in Österreich bin, werde ich von gewissen Seiten negativ gesehen. Wichtig für mich ist, dass ich als erster Österreicher 100 Länderspiele habe. Das wäre fantastisch", hofft Herzog auf sein historisches Jubiläum beim Länderspiel gegen Norwegen am 20. November. Allerdings hat den Teamkapitän die 0:3-Niederlage in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande schwer getroffen: "Ich wollte gegen Holland so viel zeigen, und dann ging alles daneben." Auf die "Kicker"-Nachfrage "Klingt nach Rücktritt" antwortete Herzog mit: "Ehrlich, ich weiß es nicht."

"So schlecht wie unter Matthäus"

Auch die zuletzt schlechten Ergebnisse mit Rapid haben Spuren hinterlassen: "Seit eineinhalb Monaten haben wir Probleme, die Mannschaft ist nicht so intakt, unserem Spiel fehlt die Entlastung nach vorn. Momentan sind wir auf dem Weg, wieder so schlecht zu spielen, wie unter Lothar Matthäus." Mit seiner Rückkehr nach Hütteldorf sei keine Besserung eingetreten: "Ich hatte gehofft, dass ich die Mannschaft mitreißen kann, jetzt muss ich aufpassen, dass es nicht umgekehrt ist, dass sie mich nicht runterzieht. Auch ich bin schlecht drauf, mache Fehler. Aber ich hoffte, dass das Team spielerisch stärker ist. Das ist es oft nicht - für mich eine Enttäuschung. In einer spielerisch besseren Mannschaft würde ich mir leichter tun."

Keinen Spaß an der Sache

Herzog befürchtet zudem einen Rückfall wie in der vergangenen Saison. "Außer Austria ist keiner extrem stark, Platz zwei keine Utopie. Aber: Ich kam zurück, weil es hieß, Rapid baut eine Elf auf, mit der wir Meister werden können. Davon sind wir weit entfernt." Zu seiner persönlichen Zukunft meinte er: "Mein Vertrag verlängert sich ab einer bestimmten Anzahl von Einsätzen automatisch. Ein, zwei Jahre möchte ich noch spielen, wenn es Spaß macht. Leider macht es das nur, wenn man Erfolg hat. Und den hab' ich im Moment nicht."(APA)

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    Andreas Herzog (rechts) und ein potenzieller Nachfolger: Andreas Ivanschitz.

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