Viel Rauch ums Geld

25. Oktober 2002, 12:49
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Wiener Kunst Auktionen: 600.000 Euro Umsatz

Die im Vorfeld kritisierte Versteigerung tabakhistorischer Objekte aus dem Art Cult Center Tabakmuseum war "äußerst lebendig", so die Aussendung der abhaltenden Versteigerer, der "Wiener Kunst Auktionen" (WKA). An den beiden Tagen der Auktion (22. und 23. 10.) wurde mit den offerierten 3.327 Objekten ein Umsatz von 600.000 Euro (Meistbotsumme: 436.000 Euro) erzielt, was nahezu einer Verdoppelung der Rufpreissumme entspricht. Die Objekte waren, so Experten, allerdings um ein Drittel, wenn nicht zur Hälfte unter ihres tatsächlichen Wertes taxiert worden. Die Verkaufsrate lag bei 77 Prozent.

Der Verkauf von rund einem Drittel des Tabakmuseum-Bestandes - nach der Privatisierung von Austria Tabak - wurde als "Ausverkauf österreichischen Kulturgutes" kritisiert. Die WKA bezeichnen die Auktion hingegen als "durchaus sinnvolle Straffung" der rund 20.000 Objekte umfassenden Bestände.

Aus der "allgemein guten Performance" der Auktion ragte am ersten Tag eine Steinpfeife in Form eines Alligators (18./19. Jahrhundert) heraus, die um 200 Euro gerufen wurde. Der Zuschlag wurde erst bei 9000 Euro an einen französischen Sammler erteilt, der auch noch um 5000 Euro einen Prunkpfeifenkopf in Form eines Stierkopfes aus Meerschaum ersteigerte. Das Zwanzigfache des Rufpreises brachte eine Pfeife in Form eines Bisonkopfes, sie bleibt um 4000 Euro in Österreich. Am zweiten Tag verdoppelte das Gemälde Rauchende Männer aus dem Umkreis von Theodor Rombouts seine Taxe auf 10.000 Euro, der Orientale mit Tschibuk von Johann Hermann Kretzschmer vervierfachte den Ruf auf 12.000 Euro. Die beiden Invaliden von Friedrich Friedländer sicherte sich um 6500 Euro der heimische Handel. (APA/dok /DER STANDARD, Printausgabe, 25./26./27.10.2002)

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