Briten für "durchgreifende Reform" der EU-Agrarpolitik

24. Oktober 2002, 20:11
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"Hohe Subventionen nicht zu halten"

Berlin - Die britische Regierung will die Halbzeitbewertung der EU-Agrarpolitik zu einer "durchgreifenden Reform" nutzen. Das sagte Landwirtschaftsministerin Margaret Bekett vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Darin sehe sie sich mit ihrer deutschen Kollegin einig. "Ich schätze besonders den Beitrag, den Renate Künast zu dieser Debatte leistet", sagte Bekett dem Berliner "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe).

Die gemeinsame Vision sei das Ziel einer "nachhaltigen Entwicklung", fügte Bekett hinzu. Denn die Bürger Europas wollten sich nicht mehr zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz entscheiden. Das derzeitige Subventionssystem gebe zu viele Anreize für eine umweltschädliche Produktion, erlege den Bauern aber an anderer Stelle zusätzliche Vorschriften auf, um genau das zu verhindern. "Das ist, als ob man gleichzeitig auf das Gas und auf die Bremse tritt", kritisierte die Ministerin.

Die hohen Subventionen könnten nicht aufrechterhalten werden, weil die Bürger sie in ihrer alten Form nicht mehr akzeptierten, erklärte die Landwirtschaftsministerin. "Wir argumentieren nicht dafür, dass die Beihilfen für Landwirte über Nacht drastisch reduziert werden sollen", meinte Bekett. Aber eine "allmähliche progressive Reduzierung" würde die Agrarpolitik nicht nur finanziell tragbar machen, sondern die Schaffung "solider Unternehmen mit dauerhafter Zukunft" erleichtern. (APA/AP)

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