SPÖ will Billighotels stärker fördern

24. Oktober 2002, 19:29
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Tourismussprecher Schwemlein: Mit billigem Geld Anreiz schaffen

Wien - Für eine großzügigere Unterstützung der Zwei- und Drei-Sterne-Hotellerie hat sich am Donnerstag SPÖ-Tourismus- und Freizeitsprecher Emmerich Schwemlein ausgesprochen. Mit billigem Geld sollte ein Anreiz geschaffen werden, dass wieder investiert wird in diesem Billigsegment.

Während Vier- und FünfSterne-Betriebe in den vergangenen Jahren zum Teil deutliche Zuwachsraten bei Ankünften und Nächtigungen aufwiesen, verzeichneten Hotels mit relativ einfacher Ausstattung teilweise deutliche Rückgänge. "Wir dürfen es nicht als gottgegeben hinnehmen, dass die Billigschiene wegbricht", so Schwemlein. Gerade in Zeiten, wo das Geld bei den Gästen konjunkturbedingt nicht mehr so locker sitze, sei es wichtig, dass es auch ein breites Angebot an Zwei- und Drei-Sterne-Unterkünften gebe. "Sperren diese Betriebe zu, wird es öd in unseren Dörfern und Städten", sagte Schwemlein.

Anstelle des Staatssekretariats für Tourismus, das von der schwarz-blauen Regierung eingerichtet wurde, wünscht sich der SPÖ-Tourismussprecher ein Tourismus- und Freizeitministerium mit mehr Kompetenz. "Der Tourismus trägt 18 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei, ist politisch aber unterrepräsentiert. Man sollte über eine Neuorganisation nachdenken", sagte Schwemlein. Seiner Meinung nach würde es durchaus Sinn machen, ein Tourismus- und Freizeitministerium um die Sportagenden und den Wellnessbereich aufzufetten.

Dezidiert Nein sagt der scheidende SP-Tourismussprecher zu einer Aufstockung des Saisonierkontingents. Jobs im Hotel- und Gastronomiebereich müssten attraktiver gemacht werden, dann gebe es auch keine Probleme, die offenen Stellen mit einheimischen Mitarbeitern zu besetzen. (stro/DER STANDARD, Printausgabe, 25.10.2002)

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