Prozess um Mord an Behinderter

24. Oktober 2002, 19:33
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Nachbar soll Frau mit einem Handtuch erwürgt und ihr 30 Stiche mit einem Messer zugefügt haben

Salzburg - Eine schwer behinderte Salzburger Rollstuhlfahrerin wurde vergangenen März Opfer eines Mordes. Ein Nachbar soll sie in ihrer Behindertenwohnung mit einem Handtuch erwürgt und ihr dann 30 Stiche mit einem Messer, einem Korkenzieher und einer Schere zugefügt haben. Seine Freundin, eine 36-jährige Salzburger Psychologin, soll den 40-jährigen Wolfgang S. dazu angestiftet haben. Das Paar stand am Donnerstag in Salzburg vor den Geschworenen.

Die Anklage warf der Psychologin vor, ihren Freund mit den Worten "jetzt tu ihr etwas an" bedrängt zu haben, sie bestreitet dies. Ihr Verteidiger versuchte den schwarzen Peter ihrem Freund, dem 21-mal vorbestrafen gebürtigen Wiener Wolfgang S., zuzuschieben. "In dem Mann steckt viel Brutalität und ein hohes Aggressionspotenzial." Dessen Anwalt hielt dem entgegen, der Mann habe eine schwere Kindheit gehabt, die Psychologin habe ihn geistig und sexuell dominiert. Es gehe daher nicht um Mord, sondern um "Totschlag in heftiger Gemütsbewegung".

Die Leiche des Opfers wurde erst drei Wochen nach dem Verbrechen gefunden. Mit einem Urteilsspruch wurde am Donnerstag nicht mehr gerechnet. (APA)

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