SCM Microsystems verfehlt eigene Planung im dritten Quartal

24. Oktober 2002, 18:02
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Umsatzprognose für Gesamtjahr gesenkt

München - Das deutsch-amerikanische Technologieunternehmen SCM Microsystems ist im dritten Quartal wegen der Flaute im europäischen Pay-TV-Markt stärker als geplant in die roten Zahlen gerutscht. Zudem senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Für 2002 werde mit einem Umsatz von 169 bis 174 Millionen Dollar (174 bis 179 Millionen Euro) gerechnet, teilte die Gesellschaft am Donnerstag in München mit. Bislang war SCM von einer Spanne zwischen 183 und 197 Mill. Dollar ausgegangen. Die Gesellschaft werde auf Proforma-Basis schwarze Zahlen schreiben und möglicherweise sogar einen Gewinn von bis zu 2,4 Millionen Dollar ausweisen. SCM kündigte an, mit der ursprünglich für das laufende Jahr geplanten Abspaltung des Bereichs Digital Media and Video (DMV) auf bessere Zeiten an den Aktienmärkten warten zu wollen. Man sei nicht unter Zeitdruck, hieß es.

Die im Auswahlindex Nemax50 des Neuen Marktes gelistete SCM-Aktie verlor zeitweise über zwanzig Prozent auf sieben Euro.

Operativer Verlust größer als erwartet

Im dritten Quartal sei auf Proforma-Basis ein operativer Verlust von 1,3 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 0,5 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum entstanden, teilte die Gesellschaft weiter mit. Ursprünglich hatte SCM vor Goodwill-Abschreibungen, Kompensation für Aktienoptionen und anderen Einmaleffekten einen Verlust von maximal 700.000 Dollar erwartet. Der Umsatz schrumpfte um zwölf Prozent auf 40,9 Millionen Dollar. Ursache sei die schwache Nachfrage von europäischen Digital-TV-Anbietern nach Zugangs- und Verschlüsselungslösungen gewesen, hieß es.

Unter dem Strich verbuchte SCM wegen der Wertberichtigung aktiver latenter Steuern einen Verlust von 19,8 Millionen Dollar. Auch wenn sich die Bewertungsänderung den Angaben zufolge nicht auf die Liquidität auswirkte, sank diese zum 30. September auf 58,0 (Ende Juni: 60,2) Millionen Dollar. Die Zahlen hätten klar unter den Erwartungen gelegen, sagte DZ-Bank-Analyst Adrian Pehl. Auch der negative Cash-Flow sei enttäuschend gewesen. Allerdings gehe er langfristig für SCM von einem stetigen Wachstum aus.

Im Rahmen eines Aktienrückkaufs will SCM eigenen Angaben zufolge in den nächsten zwei Jahren Anteilsscheine im Wert von bis zu fünf Millionen US-Dollar erwerben. (APA/Reuters)

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