Kritisierte Tabakmuseum-Auktion war Erfolg

24. Oktober 2002, 15:47
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"Äußerst lebendige" Versteigerung von 3.327 tabakhistorischen Objekten brachte 600.000 Euro Umsatz

Wien - Die im Vorfeld kritisierte Versteigerung tabakhistorischer Objekte aus dem "Art Cult Center Tabakmuseum" war "äußerst lebendig", hieß es heute, Donnerstag, in einer Aussendung der Wiener Kunst Auktionen. An den beiden Tagen der Auktion (22. und 23. 10.) wurde mit den versteigerten 3.327 Objekten ein Umsatz von 600.000 Euro (Summe der Meistbote: 436.000 Euro) erzielt, was nahezu einer Verdoppelung der Rufpreissumme entspricht. Die Verkaufsrate lag bei 77 Prozent.

Vorwurf des "Ausverkaufs österreichischen Kulturgutes"

Nachdem bekannt geworden war, dass das Tabakmuseum in zwei Raten rund ein Drittel seines Bestandes versteigern will, gab es neben Kritik in den Medien und seitens der FPÖ auch ein "Prominenten-Komitee" rund um den ehemaligen Austria-Tabak-Generaldirektor Beppo Mauhart. Die Auktion wurde als "Ausverkauf österreichischen Kulturgutes" kritisiert. In der Aussendung der Wiener Kunst Auktionen wurde sie als "durchaus sinnvolle Straffung" der rund 20.000 Objekte umfassenden Sammlungsbestände bezeichnet. Das Tabakmuseum werde auch nach der Auktion das größte der Welt sein, aber "wertvollen Raum für Neuanschaffungen gewonnen haben".

Rare Pfeifenköpfe

Aus der "allgemein guten Performance" der Auktion ragte am ersten Tag eine Steinpfeife in Form eines Alligators (18./19. Jahrhundert) heraus, die um 200 Euro gerufen wurde. Der Zuschlag wurde erst bei 9.000 Euro an einen französischen Sammler erteilt, der auch noch um 5.000 Euro einen Prunkpfeifenkopf in Form eines Stierkopfes aus Meerschaum ersteigerte. Das Zwanzigfache des Rufpreises brachte eine Pfeife in Form eines Bisonkopfes, sie bleibt um 4.000 Euro in Österreich. (APA)

  • Zwei Beispiele aus den 3300 Tabakutensilien, die im Oktober bei den Wiener Kunst Auktionen versteigert werden: Meerschaumpfeife mit Kopf in Form eines Bisonkopfes und Prunkpfeifenkopf in Stierform.
    montage: derstandard.at/foto: katalog

    Zwei Beispiele aus den 3300 Tabakutensilien, die im Oktober bei den Wiener Kunst Auktionen versteigert werden: Meerschaumpfeife mit Kopf in Form eines Bisonkopfes und Prunkpfeifenkopf in Stierform.

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