Der mutmaßliche Anführer: Mowsar Barajew

26. Oktober 2002, 14:39
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"Ich bin gekommen um zu sterben, nicht um zu überleben"

Moskau - Der getötete Anführer der Moskauer Geiselnehmer, Mowsar Barajew (23), gehört zu einer Generation junger Tschetschenen, die nur Krieg, Gesetzlosigkeit und Verbrechen kennen. "Ich bin gekommen um zu sterben, nicht um zu überleben", sagte der zu allem entschlossene Terroristen-Chef während der Geiselnahme.

Als einziger der Geiselnehmer zeigte er sein Gesicht vor der Fernsehkamera. In Tarnuniform, eine schwarze Wollmütze auf dem Kopf, die Kalaschnikow auf den Knien saß Barajew in der Küche der Musical- Spielstätte. Er wirkte äußerlich gelassen, doch man sah ihm die innere Anspannung an, in dem Psychokrieg keinen Fehler zu machen.

Barajew, geboren in dem tschetschenischen Ort Alchan-Kala, lernte das "Handwerk" als skrupelloser Kidnapper, Bombenleger und Freischärler bei dem aus Jordanien stammenden Feldkommandeur Chattab. Im Juni 2001 übernahm er das Kommando über das "Islamische Regiment für Sonderaufgaben" von seinem getöteten Onkel Arbi Barajew.

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hatte den wegen seiner pathologischen Grausamkeit gefürchteten Tschetschenen-Führer umgebracht. Arbi Barajew hatte jahrelang seinen anti-russischen Kampf mit Entführungen und Sklavenhandel finanziert. "Russen umzubringen ist für sie wie Schafe zu schlachten", sagte eines der wenigen überlebenden Opfer über die Familie. Arbi Barajew wird auch für die Enthauptung dreier gekidnappter Briten und eines Neuseeländers 1998 verantwortlich gemacht.

Sein Neffe Mowsar Barajew verübte vor der Geiselnahme in Moskau viele Überfälle auf russische Truppen in Tschetschenien. Zuletzt hatte ihn das russische Militär vor etwa zwei Wochen fälschlich für tot erklärt. Am Samstag in der Früh lag Barajew erschossen im Foyer des Musical-Theaters. (APA/dpa)

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    Undatierte Videoaufnahme, die den 23-jährigen Mowsar Barajew zeigen soll

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