Benzinpreis: Autofahrerclubs sehen "Handlungsbedarf"

24. Oktober 2002, 14:08
13 Postings

Annäherung an EU-Schnitt gefordert

Wien - Benzin in Österreich soll wieder billiger werden. Dies forderten am Donnerstag die heimischen Autofahrerclubs. Während Österreich nach Steuer zwar unter den fünf billigsten Ländern der EU liege, zahlten die Österreicher netto pro Liter noch immer 1,45 bis 2,18 Cent mehr. "Lediglich die Steuersituation in Österreich im Vergleich zu den anderen EU-Staaten entschärft die Preissituation", sagte ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar am Donnerstag. Sowohl ARBÖ als auch ÖAMTC fordern eine Korrektur der heimischen Netto-Spritpreise auf maximal 2 Cent über den EU-Schnitt. Schrittweise sollte der Abstand in den nächsten zwei bis drei Jahren komplett auf Null gesenkt werden, so ÖAMTC-Expertin Elisabeth Brugger-Brandau.

Diesen Montag kostete Eurosuper in Österreich laut Erhebung der EU-Kommission im Durchschnitt nach Steuer 0,898 Euro, Diesel 0,737 Euro je Liter. Netto lag der Preis für Eurosuper bei 0,334 Euro, jener für Diesel bei 0,325 Euro. Bei Eurosuper liegt Österreich netto damit 2,3 Cent über dem EU-Durchschnitt, bei Diesel 1,16 Cent.

Bisher gilt eine unverbindliche Zusage der OMV an Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), wonach die Nettopreise für Eurosuper und Diesel in Österreich im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 2,91 Cent über den EU-Durchschnitt angehoben wird. BP/Aral und Shell waren immer gegen diese Vereinbarung, halten sich aber ebenfalls an diese Zusage.

Handlungsbedarf

ARBÖ-General Hellar sieht nun aber Handlungsbedarf. "Die freiwillige Vereinbarung wirkt. Nach einer Anlaufphase, in der die Grenze mehrmals überschritten worden war, haben die Mineralölfirmen das Abkommen eingehalten." Mittlerweile sei das Abkommen aber längst überholt. Die Beobachtung der Nettopreisdifferenz über das vergangene Jahr habe zeige, dass eine Senkung der Bandbreite möglich sei, so Hellar.

Die ursprüngliche 2,91 Cent-Abweichung vom EU-Durchschnitt war den Mineralölkonzernen seinerzeit auf Grund der Benachteiligung durch die österreichische Topographie sowie höheren Transportkosten und zu wegen der Restriktionen bei Tankstellenshops betreffend Sortiment- und Verkaufsfläche gewährt worden. Die Konzerne hatten außerdem mit der hohen Versorgungsdichte und höheren Umweltkosten argumentiert. Hellar sieht diese Argumente bereits teilweise entkräftet. An eine Änderung vor den Wahlen glaubt er dennoch nicht. Der künftige Wirtschaftsminister sollte diese Änderung aber Einfordern. "Das wäre zwar keine große Sache, aber zumindest ein freundliches Entgegenkommen der Mineralölwirtschaft", meint Hellar. (APA)

Share if you care.