Gehrer will Vorschläge für bessere Studienbedingungen

25. Oktober 2002, 10:54
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StudentInnen aufgefordert, sich per Mail zu melden

Wien - Mit dem neuen Projekt "Improve" fordert Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) Studierende auf, Vorschläge zur Verbesserung der Studienbedingungen zu machen. Über die Internet-Seite improve sollen die Studenten ihre Ideen per e-mail einbringen, erklärte Gehrer am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Der von der SPÖ angekündigten Verfassungsklage gegen das neue Universitätsgesetz sieht Gehrer gelassen entgegen. Sie wisse nicht, wogegen geklagt werden solle, Experten hätten ihr versichert, dass das Gesetz verfassungskonform sei.

"Studierende, die einen Beitrag zu den Kosten des Studiums leisten, sollen auch das entsprechende Angebot erhalten und die Möglichkeit haben, ihr Studium in der vorgesehenen Zeit zu absolvieren", erklärte Gehrer das Ziel des Projekts "Improve", das gemeinsam mit der Studierendenanwaltschaft umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang zitierte die Ministerin eine aktuelle Umfrage der Uni Linz, wonach 88 Prozent der Studenten die Studiengebühren als sinnvoll erachten, wenn sie an den Universitäten zur Verbesserung der Studienbedingungen dienen.

Ideen sollen präsentiert werden

Die Ideen der Studierenden - eine Präsentation der ersten Vorschläge ist Mitte November geplant - sollen mit den Verantwortlichen an den Universitäten besprochen werden und die Grundlage für Umsetzungsvorhaben in der nächsten Legislaturperiode bilden. Speziell ein Anliegen ist Gehrer die Verbesserung der Bedingungen für berufstätige Studierende. Dafür hat sie eine eigene Arbeitsgruppe eingesetzt.

Den Universitäten will Gehrer die Sicherheit geben, dass ein im Nationalrat beschlossenes Gesetz auch tatsächlich umgesetzt wird. "Wir sollten von der Politik her die Universitäten unterstützen und keinen Umkehrschwung einleiten." Es sei "grob fahrlässig", dass Abgeordnete dazu aufrufen, ein Gesetz nicht zu umzusetzen, erklärte die Ministerin im Hinblick auf entsprechende Aufrufe von Vertretern der SPÖ und der Grünen. Dies bedeute auch eine große Verunsicherung, die den Universitäten in höchstem Maße schaden könne. Österreich habe auch international einen Ruf zu verlieren, sagte Gehrer und zitierte aus der "Süddeutschen Zeitung" den Satz: "Neidvoll blicken deutsche Reformer nach Österreich, wo ein neues Gesetz die Hochschulen in die Freiheit entlässt".

Als erfreulich bezeichnete Gehrer, dass der Wettbewerb zwischen den Universitäten bereits eingesetzt habe. Dies würden die aktuellen Studierendenzahlen für das Wintersemester zeigen. Einige Unis hätten Zuwächse bei den Studienanfängern, etwa die Wirtschaftsuniversität Wien (plus 15 Prozent), die Technische Uni Graz (zehn Prozent), die Universitäten für Bodenkultur und für Veterinärmedizin (jeweils plus acht Prozent), alle anderen lägen noch unter den Vorjahres-Zahlen. Insgesamt rechnet die Ministerin damit, dass die Zahl der Erstsemestrigen aus dem Vorjahr (25.677) heuer überschritten wird. Derzeit liege man bei 23.952 Studienanfängern (Stand 15. Oktober). (APA)

Kontakt

StudentInnen, die der Bildungsministerin Vorschläge für bessere Studienbedingungen übermitteln wollen, können dies per Mail an improve@bmbwk.gv.at tun

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    montage: derstandard.at
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