Mit Gummistiefeln auf dem Stephansplatz

24. Oktober 2002, 12:46
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WWF fordert konsequentere Strategie zur Hochwasserprävention ein

Wien - Mit einem 3,5 Meter großen Gummistiefel hat am Donnerstag die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) auf dem Wiener Stephansplatz protestiert. Dabei will der WWF auf die seiner Meinung nach fehlende Maßnahmen für eine österreichweite, konsequente und nachhaltige Strategie zur Hochwasserprävention aufmerksam machen.

Ein Transparent mit der Aufschrift "Wer die Natur mit Füßen tritt, braucht verdammt hohe Gummistiefel" untermauerte die Forderungen. "Zwei Monate nach dem verheerenden Hochwasser in Österreich haben die Politiker zwar Slogans wie 'Mehr Platz für Flüsse' übernommen, doch getan hat sich auf diesem Gebiet nichts", sagte WWF- Fließwasserexperte Ulrich Eichelmann bei einer Pressekonferenz. Nach wie vor werde an den Flüssen verbaut und reguliert. Das Hochwasser im vergangenen Sommer hätte die Grenzen des technischen Ausbaus gezeigt. Erforderlich sei ein österreichweites Fließgewässerprogramm, um dem Wasser wieder mehr Platz zu geben.

"Wir haben in den vergangenen Jahren 400.000 Hektar Überschwemmungsgebiete verloren", erklärte WWF-Geschäftsführer Günther Lutschinger. "Um den Flüssen zusätzliche Fläche zur Ausbreitung zu geben brauchen wir bis 2015 insgesamt 84.000 Hektar."

Als Beispiel nannte Eichelmann das Projekt "Machland-Damm" in Oberösterreich. "Dort wird um rund 70 Millionen Euro ein riesiger Damm errichtet und somit wieder Fläche genommen." Damit werde jedoch die Hochwassersituation der den Fluss folgenden Gemeinden in Niederösterreich verschärft. "Wir verlangen deshalb einen sofortigen Stopp solcher Projekte und eine Renaturierung der Flüsse", meinte Eichelmann. "Solche Vorhaben sind kontraproduktiv. Man hat nichts aus dem vergangenen Hochwasser gelernt", sagte Lutschinger. (APA)

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