Nur zwei österreichische Internetanbieter "sehr gut"

24. Oktober 2002, 12:23
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VKI-Test - Testsieger tele.ring und inode - Elf Provider nur mit "durchschnittlich" bewertet

Wien - Relativ schlecht schneiden Österreichs Internetprovider in einem jüngsten Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) ab. Von 40 untersuchten Produkten von 25 Internet-Providern haben nur zwei mit der Note "sehr gut" abgeschnitten. Gleich elf Anbieter erhielten die schlechteste Note "Durchschnittlich", berichtet die Zeitschrift "Konsument" in ihrer November-Ausgabe. Auch die heimischen Marktführer Telekom Austria (A.On) und Telekabel (Chello) wurden - mit Ausnahme der A.On Flash-Produkte - nur mit "durchschnittlich" bewertet.

Untersucht wurden in dem Test Kostenaufwand, technische Leistungen, Webauftritt und Support. Am Besten schnitten dabei die einfachen "Dial In"-Zugänge über Modem und Festnetz-Telefon ab. Für durchschnittliche Anforderungen sind diese nach wie vor am billigsten, so der VKI. Testsieger waren die "Dial In"-Zugänge von tele.rng und inode.

ADSl doppelt so teuer

Breitband-Internetzugänge via ADSL oder Kabel sind laut VKI-Test zwar um bis zu zwölf Mal schneller, beim typischen User-Verhalten von Erwachsenen mache sich dies jedoch kaum bemerkbar. Sowohl die Startkosten als auch die laufenden Kosten seien dem gegenüber deutlich höher als bei einem herkömmlich Schmalbandzugang.

Wer im Durchschnitt etwa zwölf Stunden pro Monat im Netz surft, kommt nach der VKI-Rechnung im Durchschnitt mit rund 22 Euro davon - Onlinekosten schon mit berücksichtigt. Bei einer ADSL- oder Kabelanbindung zahlt der Konsument hingegen demnach deutlich mehr als das Doppelte - die Telefon-Grundgebühr jeweils nicht mitgerechnet.

"Tarifdschungel"

VKI-Experte Paul Srna kritisiert vor allem den "Tarifdschungel" in der Branche. Angebote seien oft kaum miteinander vergleich, nicht einmal, wenn sie vom selben Anbieter stammten. Werbung der Internetprovider sei außerdem oft irreführend, weil dabei "völlig falsche Kriterien" beworben würden, sagte Srna am Donnerstag zur APA.

ADSL und Kabel seien in Wirklichkeit nur interessant, wenn große Dateien wie Musik und Filme auf den eigenen PC übertragen werden, wenn sich mehrere Benützer einen Internet-Zugang teilen oder wenn sich die ADSL-Pauschale auf Grund langer Surfzeiten rentiert. Unter den ADSL-Angeboten erzielten die Provider "inode", "silverserver", "wvnet" und "yc net:works" mit der Note "gut" die besten Ergebnisse, neun schnitten nur "durchschnittlich" ab. Bei den fünf getesteten Kabelnetz-Betreiber hingegen wurde nur "UPC Telekabel" mit "durchschnittlich" bewertet, die Mitbewerber "Kabelsignal", "Salzburg-AG" , "tplus"und "Liwest" erreichen die Note "gut".

Die besten Argumente, das Kabel- und ADSL-Anbieter bieten können, ist die freie Telefonleitung und die ständige Verbindung mit dem Internet. "Ob die damit verbundenen Einrichtungskosten und erhöhten Pauschalen den Vorteil eines nicht besetzten Festnetz-Telefons wettmachen können, ist individuell abzuwiegen", meint der VKI.(APA)

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Wienerwald

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