Autobatterien: Preiswert ist nicht schlechter

24. Oktober 2002, 12:10
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Wenn das Auto nicht anspringt ist der schadhafte Stromspender Pannenursache Nummer Eins

Wien - In 85 Prozent aller Fälle sind in der kalten Jahreszeit laut ÖAMTC-Pannenstatistik schadhafte Batterien daran schuld, dass ein Auto nicht anspringt.

Die gängigsten in Österreich erhältlichen Akkus wurden rechtzeitig vor dem Winter einem ausgedehnten Check unterzogen. Neben den beiden Testsiegern wurden fünf Batterien "gut" bewertet, vier erreichten ein befriedigendes Ergebnis, erklärte ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Prüfstand

Auf einem Prüfstand am Institut für industrielle Elektronik und Materialwissenschaften der TU-Wien mussten elf Batterien der gehobenen Preisklasse von insgesamt zehn Herstellern über sechs Monate lang Qualität beweisen. Zahleiche Lade- und Entladevorgänge, Kapazitätsprüfungen und Kaltstartversuche mussten die Stromspender aushalten. Auch der Wasserverbrauch wurde bewertet.

Testsieger

Testsieger wurden die Batterien der deutschen Hersteller Hoppecke (etwa 75 Euro) und Moll (rund 123 Euro). Beide zeigten keine Schwächen, so der ÖAMTC. Nur im Mittelfeld landeten Banner, Bosch (beide etwa 100 Euro), Bären (60 Euro), Arktis (rund 40 Euro) und Delphi (85 Euro). Sie erhielten die Note "gut". Neben einem viel zu hohen Wasserverbrauch wurden laut Kerbl zu geringe Startströme bemängelt. Bei tiefen Temperaturen reichte die Energie nicht, um den Motor durchzudrehen.

Etwas abgeschlagen rangieren Exide Classic (etwa 100 Euro) und Exide XXL (124 Euro) sowie Polystart (rund 60 Euro). Die weiße Varta-Standardbatterie (100 Euro) sei durch hohen Wasserverbrauch und Defiziten bei der Lebensdauer-Simulation negativ aufgefallen, kritisierten die Experten. Die ÖAMTC-Universal Batterie, die aber auf dem freien Markt nicht erhältlich ist, wurde auch untersucht. Sie würde im vorderen Mittelfeld liegen, so der Club.

Tipps zu Kauf und Wartung

Um unfreiwillige Stopps zu vermeiden, hat der ÖAMTC Tipps zu Kauf und Wartung der Batterie zusammengestellt:

- Bei modernen Autos in der Betriebsanleitung nachsehen. Manche Hersteller haben konkrete Vorgaben zu Type und Leistung.

- Die teuerste Batterie muss nicht die beste sein. Im Allgemeinen reicht der günstigste Stromspender.

- Gibt es viele Zusatzverbraucher, sollte ein Akku mit etwas größerer Kapazität gewählt werden.

- Wer mit der alten Batterie nur mit Mühe über den Sommer gekommen ist, wird beim ersten Kälteeinbruch nicht mehr starten können.

Kurzstreckenfahrten sind Batteriekiller, einmal im Monat sollte eine längere Ausfahrt von mindestens einer halben Stunde unternommen werden, so Kerbl. Dabei nicht zu viele Stromverbraucher einschalten, sonst kann die Lichtmaschine die Batterie nicht voll laden. Wenigfahrer und Wohnmobilbesitzer werden auf ein Ladegerät nicht verzichten können. (APA)

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