Nestle bleibt zuversichtlich

24. Oktober 2002, 12:01
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Trotz kühler Konjunktur - Deutliche Zuwächse in Europa

Vevey - Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle hat in den ersten neun Monaten 2002 den Umsatz um sechs Prozent auf 66,2 Mrd. Franken (45,2 Mrd. Euro) gesteigert. Für das ganze Jahr rechnet Nestle weiterhin mit einem Anstieg von Umsatz und Gewinn.

Das für den Konzern wichtige interne Realwachstum (Mengenwachstum) erreichte in den ersten neun Monaten vor allem wegen der Rezession in Südamerika mit 3,4 Prozent nicht mehr ganz den Wert des ersten Halbjahres, als noch 3,5 Prozent erzielt worden waren, wie Nestle am Donnerstag im Zwischenbericht mitteilte. Das Realwachstum des dritten Quartals allein lag bei 3,2 Prozent.

Nestle bleibt zuversichtlich

Trotz der konjunkturellen Abkühlung in einigen Teilen der Welt bleibt Nestle aber zuversichtlich. Die Betriebsmargen für 2002 sollen besser ausfallen als die des Vorjahres, sagte Konzernchef Peter Brabeck auf einer Medienkonferenz. Das interne Realwachstum soll in den letzten drei Monaten des Jahres verbessert werden und die Wachstumsrate werde für das ganze Jahr über dem Wert für neun Monate liegen, sagte Finanzchef Wolfgang Reichenberger weiter.

Im Jahr 2001 erzielte Nestle bei einem um vier Prozent höheren Umsatz von 84,70 Mrd. sFr einen Gewinnanstieg um 16 Prozent auf 6,68 Mrd. sFr. Analysten hatten für die ersten neun Monate mit einem Umsatz von 66,16 Mrd. sFr und einem internen Realwachstum von 3,8 Prozent gerechnet. "Das interne Realwachstum ist etwas eine Enttäuschung", sagte Anne Alexandre, Analystin bei HSBC in London.

Respektable Leistung im Branchenvergleich

Allerdings habe niemand erwartet, dass Nestle das selbst gesetzte, allerdings auf eine mittlere Frist ausgerichtete Ziel von vier Prozent Realwachstum erreichen werde. Ob die in Aussicht gestellte Verbesserung der Wachstumsrate in den letzten drei Monaten des Jahres erreichbar ist, wurde etwa von der Bank Leu bezweifelt. Im Branchenvergleich sei Nestles Leistung aber allemal respektabel, hieß es bei der Bank Wegelin.

Der starke Schweizer Franken hinterließ seine Spuren im Zwischenabschluss. Bei konstanten Wechselkursen hätte der Umsatz um 13,3 Prozent zugenommen. Ein Teil des Umsatzwachstums geht auf Übernahmen zurück; bei vergleichbaren Strukturen und konstanten Wechselkursen betrug die Wachstumsrate 4,8 Prozent.

Zufrieden mit dem Getränkegeschäft

Zufrieden zeigte sich Nestle mit dem Getränkegeschäft, das ein Realwachstum von 4,6 Prozent auswies, auch wenn der Umsatz um 2,7 Prozent auf 17,5 Mrd. sFr abnahm.

In Europa konnte Nestle den Umsatz um 6,4 Prozent auf 21,0 Mrd. sFr steigern und ein internes Realwachstum von 1,3 Prozent verbuchen. Der Umsatz in Nord- und Südamerika erhöhte sich um 12,8 Prozent auf 21,4 Mrd. sFr, was einem internen Realwachstum von 2,4 Prozent entsprach. Das interne Realwachstum ist das um Preisveränderungen, Übernahmen, Devestitionen und Wechselkurse bereinigte Umsatzwachstum.

An der Börse kam die Nestle-Aktie zunächst etwas unter Druck. Gegen Mittag wies die Aktie jedoch einen Kursgewinn von vier sfr oder 1,45 Prozent auf 315,50 sFr auf.(APA/Reuters)

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