Grazer Sex-Affäre: Anklage fix

24. Oktober 2002, 11:42
6 Postings

Ex-FP-Stadtrat Spielberger muss sich wegen sexueller Nötigung verantworten

Graz - Die Anklageschrift wegen des Vergehens der geschlechtlichen Nötigung in zwei Fällen gegen den Grazer Ex-Stadtrat Ferdinand Spielberger (F) ist rechtskräftig. Wie die zuständige Untersuchungsrichterin mitteilte, hat der Angeklagte innerhalb der vorgegebenen Frist keinen Einspruch gegen den Strafantrag erhoben. Damit geht der Akt weiter an die Verhandlungsrichterin. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Ferdinand Spielberger wird laut Anklagebehörde verdächtigt, "eine Mitarbeiterin zwei Mal zur Duldung geschlechtlicher Handlungen genötigt zu haben". Die Affäre um den ehemaligen FPÖ-Stadtrat kam im Juli dieses Jahres ins Rollen, als bekannt wurde, dass zwei Mitarbeiterinnen den Politiker bereits 1998 beschuldigt hatten, sexuelle Übergriffe getätigt zu haben. Damals trat Spielberger zwar als Stadtrat zurück, blieb aber als Gemeinderat weiterhin tätig.

"Gesundheitliche Probleme"

Offiziell war der mittlerweile 62-jährige Politiker wegen "gesundheitlicher Probleme" zurückgetreten. Wenige Tage nach Bekanntwerden der seinerzeit vertuschten Affäre musste Spielberger auch sein Mandat als Gemeinderat zurücklegen und wurde durch den Polizisten Heribert Wind ersetzt.

Nachdem Spielberger die Einspruchsfrist ungenutzt verstreichen ließ, wird der Akt an die für Sittlichkeitsdelikte zuständige Richterin Carolin List weitergeleitet. Diese erklärte auf APA-Anfrage, den Akt bisher noch nicht bekommen zu haben. Ein Prozesstermin wird in den nächsten Wochen festgelegt, eine Verhandlung noch vor Jahresende ist wahrscheinlich. (APA)

Share if you care.