ÖGB-Frauen legen Forderungen vor

24. Oktober 2002, 11:08
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Umfassende Beschäftigungspolitik und aktive Frauenförderung von künftiger Regierung verlangt

Wien - Ein Forderungspaket der Gewerkschaftsfrauen an die künftige Bundesregierung hat am Donnerstag die Vorsitzende der ÖGB-Frauen, Renate Csörgits, vorgelegt. Eine umfassende Beschäftigungspolitik, aktive Frauenförderung, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, und das Einziehen von Mindeststandards in der sozialen Sicherung sind die Hauptanliegen.

"Wir erwarten uns von der künftigen Bundesregierung eine ehrliche Frauenpolitik. Das schließt eine moderne Familienpolitik mit ein, ist aber nicht auf sie beschränkt. Es gilt die Chancengleichheit der Frauen voranzutreiben ", betonte Csörgits.

Damit Frauen selbstbestimmt leben können, müssen die Rahmenbedingungen für die Erwerbstätigkeit verbessert werden. "Frauen dürfen nicht länger in die Rolle der Dazuverdienerin gedrängt werden, die sich mit irgendeinem Mc-Job zufrieden geben sollen. Wir brauchen mehr Vollzeitjobs für Frauen", verlangte Csörgits.

Neudefinition von ArbeitnehmerInnen

Konkret fordern die ÖGB-Frauen die Neudefinition des ArbeitnehmerInnenbegriffs: Er soll nur mehr an der wirtschaftlichen Abhängigkeit anknüpfen. Damit wäre auch der Großteil der heutigen Neuen Selbständigen und Freien DienstnehmerInnen voll ins Arbeitsrecht einbezogen.

Um eine Existenzsicherung in Notlagen zu gewährleisten, müssen Lücken im sozialen Netz geschlossen werden. Eine Reform der Notstandshilfe soll den eigenständigen Anspruch der Frauen sichern. "Derzeit fallen viele Frauen aufgrund der Anrechnung des Partnereinkommens um ihren Anspruch um", erklärte Csörgits. Beim Arbeitslosengeld soll eine Mindestleistung in Höhe des Richtsatzes der Ausgleichszulage eingezogen werden. Im Pensionsbereich fordern die ÖGB-Frauen eine verstärkte Berücksichtigung von Kinderbetreuungszeiten und eine bedarfsorientierte Mindestsicherung für jene, die keinen Leistungsanspruch haben. Bei der Familienhospizkarenz, verlangen die ÖGB-Frauen die Schaffung eines Karenzgeldes.

Ein weiteres Anliegen sind den ÖGB-Frauen in ganz Österreich erschwingliche Kinderbetreuungsplätze mit ausgeweiteten Öffnungszeiten. Dafür müsse der Bund auch finanzielle Mittel bereitstellen. Ein Recht auf Teilzeitarbeit bis zum Schuleintritt des Kindes soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten. Mit einer verpflichtenden Einführung von Frauenförderplänen in den Betrieben wollen die ÖGB-Frauen die Chancengleichheit in der Arbeitswelt vorantreiben. (APA)

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