Putin sieht Verbindung zwischen Geiselnehmern und Anschlägen auf Bali

24. Oktober 2002, 15:07
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Russischer Präsident: "Ausländische Terroristenzentren" organisierten Überfall

Moskau - Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine Verbindung zwischen dem Geiseldrama in Moskau und den Bombenanschlägen auf Bali vor zehn Tagen hergestellt. "Dieselben Leute, die die Anschläge auf Bali organisiert haben, haben die Geiselnahme in Moskau geplant", sagte Putin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen.

Die indonesischen Behörden gehen davon aus, dass die Fundamentalistenorganisation Jemaah Islamiyah hinter den Explosionen auf Bali steht, bei denen am 12. Oktober mehr als 180 Menschen getötet worden waren. Die Jemaah Islamiyah soll Verbindungen zum mutmaßlichen Terrornetzwerk El Kaida haben.

In einer ersten Reaktion hatte Putin "ausländische Terroristenzentren" beschuldigt, hinter der Geiselnahme in einem Moskauer Theater zu stehen. Die Aktion sei "im Ausland geplant" worden, sagte Putin.

Dieselben Kriminellen, die seit Jahren Tschetschenien terrorisierten, forderten nun ein Ende der russischen Militäroperation, so Putin im Fernsehsender Renn. Ziel der russischen Einsatzkräfte sei es, die Befreiung der Geiseln vorzubereiten, ohne dabei die Sicherheit der Geiseln zu gefährden.

Der russische Staatschef verfolgt im Tschetschenien-Konflikt einen harten Kurs und lehnt Verhandlungen mit den Rebellen ab. Russische Einheiten waren vor drei Jahren erneut in der abtrünnigen Kaukasusrepublik einmarschiert. (APA/Reuters)

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    Das Theater in Moskau

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