Vermisster Tiroler Flugretter tot im Bodensee gefunden

24. Oktober 2002, 11:04
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Mann hat sich vermutlich beim Aufprall auf dem Wasser das Genick gebrochen...

Bregenz - Die offiziell bereits aufgegebene Suche nach dem seit neun Tagen im Bodensee bei Hard vermissten 36-jährigen Flugretter aus Ischgl fand am gestrigen Mittwochabend das befürchtete Ende: In der Harder Bucht wurde die Leiche des Tirolers entdeckt und geborgen.

Noch am Abend wurde in der Prosektur des Landeskrankenhauses Bregenz festgestellt, dass der Flugretter vermutlich einen Genickbruch erlitten hat. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft freigegeben.

Kurz vor 20.00 Uhr hatten zwei Feuerwehrleute aus Hard mit dem Einsatzboot "Föhn" erneut nach dem Vermissten gesucht. Gegen 20.15 Uhr verfing sich die Leiche in dem speziellen Schlepprechen und wurde geborgen.

Fundort in der Nähe der Absturzstelle

Der Fundort lag in der Nähe der Absturzstelle vom 14. Oktober. Damals wurde der am Seil unter dem Hubschrauber hängende Tiroler wegen eines technischen Motordefekts bei voller Fahrt (an die 150 km/h) "ausgeklinkt" und in den See abgeworfen. Trotz sofortiger Rettungsversuche verschiedener Einsatzkräfte konnte der Mann nicht geborgen werden und versank im Wasser. Tagelange Suchaktionen mit Tauchern, einem privaten U-Boot sowie speziell ausgebildeten Gendarmeriehunden waren erfolglos.

Genickbruch

Zu dem Unglück am 14. Oktober ist es im Zuge einer alpinen Einsatzübung in Ischgl gekommen. Beim Hubschrauber der Schenk Air traten technische Probleme in der Computersteuerung des Motors auf und der Pilot konnte die Leistung nicht mehr drosseln. Um den am Seil hängenden Flugretter eine Überlebenschance zu geben, flog der Pilot an den Bodensee und setzte den 36-Jährigen in voller Alpinausrüstung in Ufernähe ins Wasser ab. Das waghalsige Manöver schien zu glücken, der Tiroler hat sich beim Aufprall auf dem Wasser jedoch das Genick gebrochen.

Bergungsversuch misslang

Ein Bergungsversuch misslang, gleich darauf versank der leblose Körper im Wasser. Der defekte Helikopter schaffte anschließend in Hohenems eine Notlandung. Das Fluggerät wurde mittlerweile untersucht, die Turbine wird in das Erzeugerwerk nach Kanada geschickt. (APA)

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