Bahrain: Parlamentswahlen begonnen

24. Oktober 2002, 10:39
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Boykottaufrufe mehrerer Oppositionsgruppen

Manama - Im Königreich Bahrain haben am Donnerstag die ersten allgemeinen Wahlen seit der Parlamentsauflösung vor 27 Jahren begonnen. Der Urnengang wurde von Boykottaufrufen überschattet. Trotzdem strömten Zehntausende Männer und Frauen zu den Wahllokalen. 177 Kandidaten, unter ihnen acht Frauen, bewerben sich um die 40 Abgeordnetenmandate, 245.000 Bürger ab 21 Jahren sind wahlberechtigt. Die Wahllokale sind bis 19.00 Uhr geöffnet.

Vier einflussreiche politische Gruppen protestierten mit Boykottaufrufen gegen die verfassungsmäßig verankerte Gleichstellung des Abgeordnetenhauses mit dem so genannten Konsultativrat, dessen 40 Mitglieder vom König ernannt werden.

Der Urnengang ist die Fortsetzung der vorsichtigen Öffnung des Golfstaates unter König Hamad Bin Issa al Khalifa. Der Monarch, der 1999 nach dem Tod seines Vaters Issa den Thron bestiegen und eine Demokratie-Charta erlassen hatte, appellierte an seine Landsleute, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Bevölkerung des im vergangenen Februar zum Königreich erhobenen früheren Emirats ist mehrheitlich schiitisch, das Herrscherhaus der Khalifa aber sunnitisch. Die Schiiten fühlen sich von der sunnitischen Führungsschicht benachteiligt. Von den 670.000 Einwohnern des Königreiches besitzen nur 325.000 die Staatsbürgerschaft. (APA/AP)

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