Kandidatinnen geben trotz Schikanen nicht auf

31. Oktober 2002, 16:26
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Stichwahlen in Bahrain: Erstmals in der Geschichte der Golfstaaten wird vorraussichtlich eine Frau ins Parlament einziehen

Manama/Kairo - Eine Woche nach den ersten Parlamentswahlen in Bahrain haben die WählerInnen des Kleinstaates bei einer Stichwahl in rund der Hälfte der Wahlbezirke erneut ihre Stimme abgegeben. Anders als im ersten Wahlgang, bei dem sich keine Kandidatin durchsetzen konnte und vorwiegend Islamisten gewählt wurden, wird diesmal wahrscheinlich zum ersten Mal in der Geschichte der Golfstaaten eine Frau ins Parlament einziehen.

Schikanen

Über die beiden Kandidatinnen, die an der Stichwahl teilnehmen, war in den vergangenen Tagen ausführlich in der lokalen Presse berichtet worden. Eine von ihnen, die 46 Jahre alte Latifa el Gaud, gab sich am Donnerstag zuversichtlich. Sie räumte jedoch ein, dass sie von den AnhängerInnen ihres Mitbewerbers schikaniert worden sei.

Die neue Volksvertretung, die erste seit der Auflösung des bahrainischen Parlaments 1975, soll ihre Arbeit Mitte Dezember aufnehmen. Bis dahin muss der König die Mitglieder der zweiten Kammer ernennen. Mehrere Oppositionsgruppen hatten zum Boykott der Parlamentswahlen aufgerufen, weil ihnen die Befugnisse der gewählten VolksvertreterInnen nicht ausreichend erschienen. An der ersten Runde beteiligten sich rund 53 Prozent der 248 000 Wahlberechtigten. (APA)

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    Werbeplakate von Kandidatinnen in Bahrain
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    Seit 1973 sind die Parlamentswahlen 2002 die ersten, an denen Frauen von ihrem aktiven und passiven Wahlrecht Gebrauch machen dürfen.
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