Aus dem Establishment

23. Oktober 2002, 19:13
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Hans-Georg Behr liest am Donnerstag dreimal aus "Fast eine Kindheit"

Wien - Die Erinnerungen des geborenen Wieners Hans-Georg Behr, Fast eine Kindheit (Eichborn 2002), wurden in der FAZ vorabgedruckt und haben es in sich: Zu erfahren ist, unter anderem, eine ganz andere Welt, denn Behrs Eltern gehörten zum Establishment: mütterlicherseits zu demjenigen des österreichischen Großbürgertums, väterlicherseits zu dem des Nationalsozialismus: Der Vater war hochrangiger Offizier und wurde nach Kriegsende zum Tode verurteilt.

Eine Kindheitserinnerung: Onkel Hermann (Göring) krault das Kind unsanft am Kinn; und mit den Töchtern von Onkel Josef (Goebbels) wird in Berlin das Doktorspiel praktiziert, was deren Mutter weniger Lust- denn Empörungsschreie entlockt.

Danach: Kontakte der Mutter zu den neuen Machthabern im Nachkriegs-Wien, den Amis; Internat: Solche Wechsel, illusionslos beschrieben, trägt Behr am Donnerstag gleich dreimal vor. (rire /DER STANDARD, Printausgabe, 24.10.2002)

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