Bene Büromöbel unverzagt trotz Krise

23. Oktober 2002, 18:54
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Branche kämpft mit massivem Einbruch

Köln - Stevie Wonder singt "Don't worry 'bout a thing" aus den Lautsprechern, und der Firmenchef singt leise mit: "Es ist zwar eine schlimme Zeit, aber wir halten das schon durch", sagt Thomas Bene dann. Der Juniorchef des größten österreichischen Büromöbelherstellers versucht auf seinem Stand auf der Kölner Messe Orgatec Realismus und Optimismus gleichzeitig zu versprühen. Denn einerseits kommen aus Deutschland Horrorprognosen für seine Branche: Minus 25 bis minus 28 Prozent erwartet der dortige Fachverband heuer an durchschnittlichem Umsatzeinbruch. In Österreich ist die Sache weniger schlimm, aber zweistellig dürfte das Minus auf jeden Fall sein.

Exportquote von 50 Prozent

Was für Bene, ein Unternehmen mit einer Exportquote von 50 Prozent, bedeutet: "Heuer werden wir voraussichtlich plus/minus null schaffen", so der Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb - Vater Manfred ist Vorsitzender der Geschäftsführung des Familienkonzerns. Bis September sei das Minus bei vier Prozent gelegen. Im gesamten Vorjahr setzte die Gruppe mit Sitz in Waidhofen/ Ybbs 216 Mio. Euro um. Derzeit ist man unter den Top Ten in Europa, binnen drei bis fünf Jahren will Thomas Bene zu den Top Five gehören. "Die Krise hat uns verlangsamt."

Die deutsche Handelstochter von Bene, Objektform, ist von der Wirtschaftskrise hart getroffen - wenn auch regional unterschiedlich, z. B. stark in der Hauptstadt Berlin.

Sich trotz allem zeigen

Von der Leitmesse Orgatec wollte Bene doch nicht fernbleiben, so wie aus Einsparungsgründen viele andere Anbieter, darunter der weltgrößte Büromöbelhersteller, Steelcase (USA). Auch die österreichischen Mitbewerber Hali (Nummer zwei) und Neudörfler (ex aequo mit Svoboda Nummer drei) verzichteten heuer auf einen Stand. Bene wollte aber zeigen: "Wir sind bereit, wenn's wieder aufwärts geht" und präsentiert noch bis Samstag unter anderem das neue Management-Büroprogramm mit einer Alu-und einer Holzlinie. Auch neu ist der Warteraum-Fauteuil "Coffice" mit einer Armlehne, die gleichzeitig Arbeitsfläche mit Strom- und Internetanschluss ist.

Von den Österreichern waren in Köln Svoboda und Wiesner-Hager anwesend. Erstere zeigten unter anderem das Programm "Enjoy", das mit "anziehbaren Möbeln" und erstmals im Büro auch mit Rattanmöbeln aufwartet. Wiesner-Hager hingegen konzentriert sich auf flexible und kommunikative Büros sowie auf das Sesselprogramm. (Leo Szemeliker, DER STANDARD, Printausgabe 24.10.2002)

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