Deutschland nimmt keine "Sonderrolle" in Türkei-Frage ein

23. Oktober 2002, 15:12
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Berlin überlässt der EU die Entscheidung

Berlin - Die deutsche Regierung hat eine "Sonderrolle" in der Frage einer Annäherung der Türkei an die Europäische Union ausgeschlossen. Dies sei eine Entscheidung, die die EU treffe müsse, sagte Regierungssprecher Bela Anda am Mittwoch in Berlin. Deutschland sei aber immer eines der Länder gewesen, das die Annäherung zwischen der Europäischen Union und der Türkei gefördert habe. Ankara dringt darauf, beim EU-Gipfel in Kopenhagen im Dezember einen Termin für den Beginn von Beitritts-Verhandlungen zu erhalten.

Laut "Focus" machte sich Schröder für Türkei stark

Unterdessen berichtete der Online-Dienst des Magazins "Focus", Bundeskanzler Gerhard Schröder habe sich bei einem Treffen mit dem dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen vergangene Woche in Hannover für die Türkei stark gemacht. Nach dem offiziellen Gesprächsprotokoll habe Schröder gesagt: "Ich bin sehr dafür, in Kopenhagen ein Datum für den Beginn der Verhandlungen zu fixieren." Unter Hinweis auf Defizite bei Demokratie und Menschenrechten lehnte die EU bislang die Aufnahme von Verhandlungen mit Ankara ab.

Die "FAZ" berichtet von Forderungen der USA an Deutschland

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte am selben Tag berichtet, die USA forderten als Bedingung für eine Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland unter anderem, dass die Bundesregierung das türkische EU-Beitrittsgesuch fördere. Anda bestritt, dass es eine solche Liste der USA gebe. (APA/dpa)

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