Fernstudium für "Priester-Kandidatinnen"

23. Oktober 2002, 15:22
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Initiatorinnen der Priesterinnenweihe wollen Nachwuchs fördern

Linz - Die Zahl der - wenn auch kirchlich nicht anerkannten - "katholischen Priesterinnen" soll mittelfristig deutlich steigen: Die Initiatorinnen der umstrittenen "Priesterinnenweihe" - die "Gruppe: Weiheämter für Frauen" - werben jetzt weitere Frauen für die "Ausbildung" an. "Geeignete Frauen aus allen Ländern der Welt" können sich unter priesterinnen@utanet.at anmelden.

Exkommunikation wird angegriffen

Sieben Frauen aus Österreich, Deutschland und den USA hatten sich heuer im Juni auf einem Donauschiff von einem südamerikanischen "Bischof" zu "Priesterinnen" der katholischen Kirche weihen lassen. Die Kirche betonte von Anfang an, dass diese Weihe ungültig sei. In der Folge verfügte Rom die Exkommunikation der sieben Frauen, da die so genannte "Weihe" ein "schwerer Verstoß" gegen die "göttliche Verfassung der Kirche" gewesen sei. Die "Priesterinnen" bekämpfen diese Exkommunikation seither mit rechtlichen Mitteln.

Fernstudium startet ab November

Zugleich laufen, wie jetzt bekannt gegeben wurde, die Vorbereitungen für die Ausbildung weiterer "katholischer Priesterinnen". Diese Ausbildung soll im kommenden November beginnen und vier Semester dauern. Sie wird als "Fernstudium in deutscher oder englischer Sprache" angeboten. Bewerben können sich "Frauen von 20 bis 75 Jahren", sie sollen bereits im "Seelsorge-Bereich" arbeiten, also beispielsweise in der Kranken- und Altenpflege oder in der Erziehung. Eingeladen werden auch Ordensfrauen. Nicht zur Ausbildung zugelassen werden allerdings Frauen, die im kirchlichen Dienst stehen, "da keine Kündigung riskiert werden kann", hieß es in der Aussendung.

Die Prüfungen im Rahmen des "Fernstudiums" werden "durch römisch-katholische Theologen" abgenommen. Am Ende werde die "Weihe zur Priesterin" stehen, so die Aussendung. (APA)

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