Intel sieht weiterhin nebelige Konjunkturaussichten

23. Oktober 2002, 14:58
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Österreich/Schweiz-Chef: Momentan "Pause" - Bedeutung der kleinen Assembler nimmt zu - Notebook-Bereich immer wichtiger

Als "nebelig" bezeichnete der für Österreich und die Schweiz zuständige Intel-Länderchef Pierre Mirjolet die Konjunkturaussichten für den weltgrößten Chiphersteller. Intel bleibe in seiner Prognose sehr vorsichtig, sei aber längerfristig überzeugt, dass das Geschäft wieder nach oben komme. Zur Zeit sei jedenfalls "Pause", sagte Mirjolet am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien.

Nachfrage wird wieder da sein

Langfristig werde wieder Nachfrage da sein, die Wirtschaft habe bereits die Vorteile der Informationstechnologie erkannt, ist Mirjolet überzeugt. Auch werden die Technologien weiter entwickelt. Wann die Nachfrage wieder stärker anziehen werde, könne er aber nicht beantworten.

"Channel"-Kunden gewinnen an Bedeutung

Sehr wichtig seien für Intel die kleinen Assembler (so genannte "Channel"-Kunden) geworden. Der Anteil an CPUs (Prozessoren), die weltweit über diese Vertriebsschiene verkauft werde, sei seit 1999 von 30 auf 39 Prozent gestiegen. In Österreich habe der Channel-Umsatz vom 1. Halbjahr 2001 bis zum 1. Halbjahr 2002 um 16,4 Prozent angezogen. Von den 523 registierten heimischen Channel-Kunden seien 268 aktive Intel Product Integrator (IPI), davon nehmen sechs (Group Point, Quant-X, Softpoint, LB-Systems, Comtrade und Delphin Data) am Intel Premier Program (IPP) teil, das ihnen gewisse Vorteile wie Rabatte bringe.

Die Mega-Kunden

Derzeit seien bei den kleinen Assemblern auch die größeren Aktivitäten zu bemerken als bei den weltweit vier größten Mega-Kunden HP-Compaq, Dell, IBM oder Digital Equipment. Unter Druck gekommen seien dagegen die mittelgroßen Anbieter, wie etwa Olivetti einer gewesen war. Erfolgreich bestehen könnten in diesem Segment dagegen bekannte Anbieter wie Gericom, Medion oder Maxdata, da diese erfolgreiche Geschäftsmodelle betreiben würden.

Mobilität wird besonders wichtig

Ein ganz wichtiger Trend sei für Intel die Entwicklung der mobilen Arbeit. Intel arbeite diesbezüglich bereits mit allen wichtigen Unternehmen aus der Computer- und Telekommunikationsindustrie zusammen, um etwa neue Standards zu definieren und werde nächstes Jahr eine eigene Chipfamilie speziell für Notebooks anbieten.

Ersatzinvestitionen sollen Nachfrage fördern

Einen neuen Nachfrageschub erwartet sich Mirjolet auch durch die anstehenden Ersatzinvestitionen. Viele Computersysteme von Klein- und Mittelbetrieben seien bereits veraltert und liefen auf Betriebssystemen, die Microsoft nicht mehr lange unterstützen werde und zudem Sicherheitslücken aufwiesen. Weiters würde der Umstieg der großen Unternehmen auf transaktionsfähige E-Business-Anwendungen die KMU unter Zugzwang bringen.

Eine sehr große Bedeutung käme auch den Schwellenländern, von Russland bis Südafrika, zu. "Das Wachstum kommt von dort", sagte Mirjolet. Bereits 2001 sei der Anteil der CPU-Lieferungen innerhalb der Region Europa, Mittlerer Osten und Südafrika in die Schwellenländer gleich hoch gewesen, wie in die entwickelten Länder dieser Region. Dieser Anteil werde noch steigen.(APA)

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