"Lust auf Kunst" in der Hermesvilla

23. Oktober 2002, 15:06
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Die Sammlung Jenö Eisenberger rund um die österreichischen "Stimmungsimpressionisten"

Wien - Mit der Kunstsammlung Jenö Eisenberger ist bis zum 2. März 2003 in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten eine der bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Österreichs erstmals in ihrer Gesamtheit zu sehen. Meisterwerke der österreichischen und ungarischen Malerei der vergangenen zwei Jahrhunderte, kunstgewerbliche Arbeiten des Biedermeier und des Jugendstils sowie Judaica aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie werden in der heute präsentierten Schau unter dem Motto "Lust auf Kunst" gezeigt.

"Stimmungsimpressionisten"

Das Zentrum der Sammlung, die Eisenberger - inspiriert durch seine Frau - seit den frühen 80er Jahren zusammengetragen hat, formen die Werke der österreichischen "Stimmungsimpressionisten". Diese transportieren in ihren Gemälden neben der eingefangenen Stimmung der gemalten Landschaften auch noch die Gefühle des Künstlers. So ist beispielsweise Emil Jakob Schindler mit seiner "Brücke bei Goisern" (1887) vertreten.

Eine besondere Rolle in der von Eisenbergers Liebe zu Österreich und zur österreichisch-ungarischen Monarchie geprägten Sammlung hat die ungarische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Wiener Malerei um 1900 wird durch Broncia Koller-Pinell, Olga Wisinger-Florian und Carl Moll repräsentiert, der Jugendstil ist durch Keramiken von Michael Powolny und eine Sammlung an Lötz-Vasen vertreten. Weitere kunstgewerbliche Entwürfe stammen von Koloman Moser, Michael Powolny oder Bertold Löffler.

Bewegte Vita

In Videosequenzen und mit Zitaten soll in der Ausstellung auch die Persönlichkeit des Sammlers selbst näher gebracht werden. Dadurch können die Kunstwerke in ihrer objektiven kunsthistorischen Bedeutung, aber auch aus der subjektiven Perspektive des Sammlers erfahren werden. Eisenberger entstammt einer jüdischen Familie aus Ostungarn, während der Nazi-Herrschaft lebte er unter falschem Namen in Budapest. Ein Großteil seiner Familie kam in den Vernichtungslagern um. Ab 1949 lebte der später als Gründer der ersten Selbstbedienungsmärkte im Lebensmittelhandel erfolgreiche Geschäftsmann in Wien.

Auch die Sammeltätigkeit selbst ist Thema der Schau. Eisenbergers derzeitiges Sammelinteresse gilt vermehrt der österreichischen Gegenwartskunst, die u. a. mit Hans Staudacher, Gunter Damisch und Markus Prachensky vertreten ist. (APA)

Service

"Lust auf Kunst. Die Sammlung Jenö Eisenberger. Stimmungsimpressionismus, Jugendstil, Moderne",

24. 10. bis 2. 3.
2003, Hermesvilla, Lainzer Tiergarten.
Öffungszeiten: Dienstag bis Sonntag, Feiertag 9 bis 16.30 Uhr,
Eintritt: 3,60 Euro,
verschiedene Ermäßigungen.

Katalog mit einem ausführlichen Interviewporträt Jenö Eisenbergers und Texten von Elke Doppler, Felicitas Heimann-Jelinek, Herbert Lachmayer und Nora Fischer, Sylvia Mattl-Wurm und Margarethe Szeless.
Preis: 33 Euro.

link

museum-vienna.at

  • Broncia Koller-Pinell
    foto: historisches museum

    Broncia Koller-Pinell

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