Presserat: Verhandlungen vorerst auf Eis gelegt

23. Oktober 2002, 15:05
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Concordia sagt Gespräche ab, da Klima "emotionell aufgeheizt" - Verhandlungen wieder, "sobald sich Situation beruhigt hat"

Als derzeit "nicht sinnvoll" erachtet der Presseclub Concordia weitere Gespräche zur Zukunft des Österreichischen Presserats. Eine für Freitag angesetzt gewesene Verhandlungsrunde zwischen Concordia und Journalistengewerkschaft hat erstere nun abgesagt. Die Situation sei "durch öffentliche Erklärungen von verschiedenen Seiten" momentan "emotionell aufgeheizt", schrieb Concordia-Präsident Peter Bochskanl an Franz C. Bauer, den Präsident der Journalistengewerkschaft.

Verhandlungn, "sobald sich Situation beruhigt hat"

Man wolle als Vermittler auftreten, "sobald sich die Situation wieder beruhigt hat", betonte Bochskanl in dem der APA vorliegenden Schreiben. Concordia, Journalistengewerkschaft, Zeitschriftenverband und Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) waren früher die Trägerorganisationen des Presserats. Nachdem der VÖZ die Vereinbarung über dessen Einrichtung aufgekündigt hatte, hatte die Concordia die Rolle der "Mediatorin" im Konflikt zwischen Verlegern und Gewerkschaft übernommen. Eine Funktion, die man auch weiterhin wahrnehmen wolle, wie Bochskanl betonte: "Um zu verhindern, dass Österreich ohne Selbstkontrollorgan für journalistische Arbeit in einen Status abgleitet, wie wir ihn alle nicht wünschen".

"SChärfere Gangart"

Die Journalistengewerkschaft hatte Ende September in einem Schreiben an die österreichischen Verleger eine "schärfere Gangart" angekündigt und die Möglichkeit von "Informationsversammlungen" in Redaktionen und Druckereien angesprochen. Walter Schaffelhofer, Generalsekretär des VÖZ, kommentierte dies gelassen: Man sehe "im Augenblick keinen Handlungsbedarf", meinte er. "Wir haben Vorschläge gemacht, die wurden nicht behandelt und nicht ernst genommen, nun warten wir auf neue Vorschläge."

Bei der heutigen Präsidiumssitzung des VÖZ stand das Thema auch auf der Tagesordnung, an der grundsätzlichen Position ändere sich nichts, hieß es am Mittwoch auf APA-Anfrage im Verbandsbüro. Die Türen für Verhandlungen stünden weiterhin offen, wurde betont. (APA)

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