Sparkassen basteln an Kombi-"Vorsorgekonto"

23. Oktober 2002, 13:48
posten

Verbandspräsident Kassler: Staatliche Zukunftsvorsorge war Schnellschuss

Wien - Der heimischen Sparkassen schlagen ein eigenes Vorsorgemodell vor, das die bereits im Parlament beschlossene geplante staatlich prämiengestützte "Zukunftsvorsorge" weiterführen soll: Auf einem "Vorsorgekonto" (Arbeitstitel) bei einer Bank soll zunächst wie beim staatlichen Modell angespart werden, bevor es zur "Verrentung" kommt. Aber anders als dort, wo eine 60-Prozent-Veranlagung in Aktien verpflichtend vorgeschrieben ist, können beim Vorsorgekonto unterschiedliche Anlageprodukte wie Aktien oder Forderungspapiere zusammengefasst und kombiniert werden, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes Josef Kassler am Mittwoch in Wien.

"Schnellschuss"

Die staatliche Zukunftsvorsorge bezeichnete Kassler als "Schnellschuss", über dessen Motivation er sich nicht äußern wollte. Über die Höhe des Aktienanteils und die Zusammensetzung des Portfolios sollte man noch reden. Wünschenswert wäre eine Senkung des Aktienanteils auf etwa 40 oder 50 Prozent, deutete Kassler an. Die jetzt vorgeschriebenen Volumina könnten für den heimischen Kapitalmarkt problematisch sein.

Kapitalgarantie

Auch für das Vorsorgekonto sollte es eine Kapitalgarantie geben, diese Möglichkeit sollte nicht auf Versicherungen oder Pensionskassen beschränkt sein, fordert der Sparkassenverband. Einzelheiten des Modells sollen bis Jahresende präsentiert werden. Ob ein solches Produkt eine eigene Genehmigung braucht, sei noch zu abzustimmen. Kassler rechnet damit, dass auch andere Finanzsektoren auf den Vorschlag aufspringen, es gebe keinen Markenschutz. (APA)

Share if you care.