Meinungsforscher: Gusenbauer-Aussage "heraus gerutscht"

23. Oktober 2002, 17:30
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Unterschiedliche Interpretationen der Ansage, bei Platz zwei in der Opposition zu bleiben

Wien - Unterschiedlich beurteilt wird die Ansage von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer, die SPÖ würde in Opposition gehen, wenn sie nur zweitstärkste Partei wird. Während der frühere SPÖ-Berater Dietmar Ecker meinte, "das Schlimmste, was einer Partei passieren kann, ist, dass nicht über sie gesprochen wird", nannte der Meinungsforscher Werner Beutelmeyer vom market-Institut die Ansage am Mittwoch im Radio-Mittagsjournal schlicht "bizarr".

"Offenkundig ist er sich seines Spitzenplatzes nicht ganz so sicher", so Beutelmeyer. Der Linzer Meinungsforscher sieht auch die Neuartigkeit und die Glaubwürdigkeit der Ansage als beschädigt an.

Wolfgang Bachmayer von OGM geht davon aus, dass Gusenbauer seine Aussage "heraus gerutscht" sei: "Die SPÖ ist an und für sich nach der Präsentation von Josef Broukal in einer Vorwärtsbewegung und da macht man keine Defensivansagen." Angesprochen fühlen könnten sich in erster Linie "SPÖ-freundliche Nichtwähler".

SP-Klubvorsitzender Josef Cap betonte das Ziel eines "klaren Wählerentscheids". Dieser sei als Basis für die angestrebte "umfassende Sanierung" nötig. Bundesgeschäftsführerin Doris Bures meinte, Gusenbauer habe den Führungsanspruch der SPÖ unterstrichen. (APA)

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    Die Gusenbauer-Aussage sorgt für Diskussionen unter den Meinungsforschern

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