Gestern noch klingonisch - morgen schon Realität?

23. Oktober 2002, 12:32
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Boeing präsentiert "Bird of Prey"-Konzept der Öffentlichkeit - das "unsichtbare Flugzeug" hat bereits zahlreiche Probeflüge absolviert

St. Louis - Boeing hat in St. Louis ein Versuchsmuster für ein "unsichtbares Flugzeug" vorgestellt. Der "Bird of Prey", Raubvogel, entstand 1992 in Boeings Phantom Works und wurde zehn Jahre lang geheim gehalten. An dem Prototypen wurden zusätzlich zum ersten Mal Technologien wie 3D-Virtuality-Reality-Design, Rapid-Prototyping oder große nahtlose Composite-Bauteile erprobt. Manche der Technologien flossen in den vergangenen Jahren in verschiedene Boeing-Projekte ein. So stammt die Stealth-Formgebung und Gestaltung der Lufteinläufe für das unbemannte Kampfflugzeug X-45A von dem Raubvogel ab. Da die meisten Technologien inzwischen zum Standard der Luftfahrtindustrie gehören, wurde das Flugzeug jetzt zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Raubvogel ist ein Einsitzer mit sieben Metern Spannweite, 15,6 Metern Länge und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 480 Kilometer pro Stunde. Bei der Konstruktion des Flugzeugs wurde besonders auf die Stealth-Formgebung geachtet. Neben der geringen Reflektion von Radarstrahlen wurde auch die akustische, die visuelle und die Infrarot-Signatur des Flugzeugs minimiert. In der Zeit von 1992 bis 1999 führte der Prototyp 38 Erprobungsflüge durch.

"Mit diesem Flugzeug haben wir die Regeln, wie Flugzeuge konstruiert und gebaut werden, verändert", sagt Jim Albough, CEO von Boeings Integrated Defense Systems. "Damit waren wir in der Lage, unseren Kunden kostengünstige und leistungsfähige Produkte anzubieten." Die Projektkosten von 67 Mio. Dollar wurden ausschließlich von Boeing getragen. Die mit dem Versuchsflugzeug erprobten Produktionsmethoden werden inzwischen dazu benutzt, zivile und militärische Systeme schneller auf den Markt zu bringen. (pte)

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    foto: boeing
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