Sharon lehnt Teile des US-Nahostplanes strikt ab

24. Oktober 2002, 15:39
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Ben-Eliezer: Kaum noch militärische Optionen gegen Terrorismus - US-Sondergesandter Burns (Bild) vermittelt

Jericho/Jerusalem - Nur geringe Erwartungen löst die gegenwärtige Vermittlungsmission des US-Sondergesandten William Burns aus, der Israelis und Palästinenser für den neuen amerikanischen Nahost-Plan zu gewinnen versucht. Der Plan soll zu einem palästinensischen Staat und einem Friedensvertrag bis 2005 führen. Burns traf am Donnerstag in Jericho im Westjordanland mit führenden palästinensischen Vertretern, jedoch nicht mit Präsident Yasser Arafat zusammen. Zuvor hatte er in Tel Aviv mit dem israelischen Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer konferiert. Im Laufe des Tages war noch ein Gespräch mit Premier Ariel Sharon geplant.

Burns vermittelt

Wie der israelische Rundfunk berichtete, sprach Burns in Jericho mit den palästinensischen Parlamentspräsidenten Ahmed Korei (Abu Ala), Kommunalminister Saeb Erekat, Planungsminister Nabil Shaath, Finanzminister Salam Fayed und Informationsminister Yasser Abed Rabbo. Ein persönliches Treffen mit Arafat hatte der US-Gesandte abgelehnt.

Kein Rückzug aus Plästinensergebieten

Für die israelische Führung kommt ein militärischer Rückzug aus wiederbesetzten palästinensischen Autonomiegebieten gegenwärtig nicht in Frage. Ein Mitarbeiter von Ministerpräsident Ariel Sharon, der anonym bleiben wollte, sagte am Donnerstag in Jerusalem, Israel habe "Vorbehalte" gegen den US-amerikanischen Drei-Stufen-Plan. Dass die israelische Armee sich aus irgendeinem Sektor der Palästinensergebiete zurückziehe, komme "nicht in Frage", solange die Palästinenserführung nicht ganz überzeugend den Kampf gegen die "Terroristen" der militanten Palästinenserorganisationen aufgenommen habe. Auch sei der Zeitplan "nicht realistisch".

Israel hat nach Angaben des Sharon-Vertrauten zudem "ernste Vorbehalte" gegen die "Glaubwürdigkeit" der geplanten Überwachung des Abkommens durch das Nahost-"Quartett" (USA, UNO, EU, Russland). Der Plan der US-Regierung sieht die Gründung eines palästinensischen Staates innerhalb von drei Jahren vor. Der US-Sondergesandte William Burns hat unterdessen die palästinensische Führung zu Reformen und zum konsequenten Vorgehen gegen Extremistengruppen aufgefordert. (APA)

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    Lehnt ein Treffen mit Yasser Arafat ab: US-Sondergesandter William Burns

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