Konsumentenschützer stellen Aktienfonds desaströses Zeugnis aus

23. Oktober 2002, 15:48
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"Konsument"-Test weist teils katastrophale Werte nach

Wien - Selbst die von Österreichs Bankern als "ertragreich" eingestuften Aktienfonds haben den heimischen Anlegern laut Verein für Konsumenteninformation (VKI) in den vergangenen Monaten teils beträchtliche Verluste beschert. Ein Vergleich des VKI-Verbrauchermagazins "Konsument" unter zehn im Mai 1999 angekauften Fonds ergab, dass bei einer Investitionssumme von 7.267 Euro (100.000 Schilling) nur mehr durchschnittlich 5.000 Euro übrig blieben, obwohl Renditen von mindestens 12 Prozent bei Aktienfonds und mindestens 6 Prozent bei Rentenfonds versprochen worden seien. Auch der Spesenaufwand sei "enorm gestiegen".

Rentenfonds höchst unterschiedlich

Rentenfonds hätten zwar durchwegs Zuwächse verzeichnet, so die Konsumentenschützer. Jedoch seien nur zwei der sechs untersuchten Rentenpapiere über 2,6 Prozent Gewinn gelegen - dies würde in etwa dem Zins eines guten Sparbuches entsprechen. Insgesamt hätten sich die Rentenfonds höchst unterschiedlich entwickelt. Einzig der neuerliche Performance-Sieger Volksbank Interbond komme mit 4,8 Prozent Zuwachs auf ein "akzeptables Ergebnis".

Enttäuschende "Blue Chips"

Auch "Blue Chips" - Aktien von Unternehmen mit höchster Bonität - hätten ihre Versprechen nicht gehalten, geht aus dem Investmentfonds-Langzeittest des Verbrauchermagazins hervor. So habe beispielsweise der Bawag PSK Europa Blue Chip gegenüber dem Vorjahr satte 23 Prozent eingebüßt. Trotzdem rät der "Konsument", Aktienfonds derzeit nicht zu verkaufen und empfiehlt den Konsumenten: "Durchhalten und auf bessere Zeiten warten".

Spesen gestiegen

Gestiegen seien in den vergangenen Jahren auch die Spesensätze, was insbesondere bei kleineren Anlagesummen auf Grund von zusätzlichen Mindestspesen neben prozentuellen Abgaben zu einer Mehrbelastung führe. Neben Ausgabeaufschlägen fallen für die Käufer auch Verkaufsspesen an, warnt der "Konsument". Der VKI empfiehlt deshalb, sich für die Bank mit den günstigsten Depotspesen für das gewünschte Anlageprodukt zu entscheiden. Bei kurzer Anlagedauer sei ein Aktienfonds in jedem Fall "unattraktiv". (APA)

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