Zwei Jahre für "Bum Bum"

24. Oktober 2002, 20:58
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Boris Becker zu Haftstrafe auf Bewährung und 500.000 Euro Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung verurteilt

München - Wegen Steuerhinterziehung ist der frühere Tennisstar Boris Becker vom Landgericht München I zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er insgesamt 500.000 Euro zahlen. 300.000 Euro Geldstrafe und 200.000 Euro Geldbuße als Bewährungsauflage an verschiedene karitative Einrichtungen.

Urteil angenommen

Boris Becker hat sein Urteil wegen Steuerhinterziehung angenommen. Er erklärte, das er das Urteil akzeptiere und keine Rechtsmittel einlegen werde.

"Ich bin ein freier Mann - das ist das Wichtigste"

"Ich bin ein freier Mann - das ist das Wichtigste", erklärte Boris Becker nach der Urteilsverkündung: "Damit ist eine für mich sehr schwierige und problembeladene Lebensphase beendet. Das Steuerverfahren gegen mich dauerte sechs Jahre, und die Steuerfahndung ermittelte bereits zehn Jahre. In Relation zum Aufwand ist nicht viel dabei herausgekommen. Ich stehe zu meiner Verantwortung für einen Fehler, den ich vor zehn Jahren begangen habe. Und ich weiß, dass ich dafür büßen muss. Seit der ersten Hausdurchsuchung hat mich diese Steuer-Sache nicht mehr ruhig schlafen lassen. Es ist bezeichnend, dass ich seitdem kein Turnier mehr gewinnen konnte. Zwangsläufig habe ich dann später die Karriere beendet. ... Ich möchte mich aber auch bei Gericht und der Staatsanwaltschaft für den fairen Prozess bedanken."

Beweisaufnahme rasch beendet

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch nach der überraschend schnell beendeten Beweisaufnahme dreieinhalb Jahre Haft für den 34-Jährigen gefordert. Angesichts der 1991 bis 1993 hinterzogenen Steuer im Volumen von umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro sei eine harte Strafe nötig, hatte der Vertreter der Anklage erklärt.

Die Verteidigung hatte diese Forderung als unangemessen kritisiert. Die beiden Verteidiger hatten dafür plädiert, allenfalls eine Haftstrafe auf Bewährung zu verhängen, die damit maximal zwei Jahre betragen könnte.

Wohnsitz Monaco

Die Münchener Steuerfahndung hatte in jahrelangen Ermittlungen herausgefunden, dass Becker in dieser Zeit seinen offiziellen Wohnsitz zwar in dem Steuerparadies Monaco gehabt, aber überwiegend im Münchner Nobelstadtteil Bogenhausen gelebt habe. Der 34-Jährige hat dem Finanzamt inzwischen drei Millionen Euro Steuern nachgezahlt. (APA/dpa/Reuters)

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    Zwei Jahre für Boris Becker: "Ich bin sehr erleichtert, dass die Strafe auf Bewährung ausgesetzt ist"

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