Schadensersatz für entlassene Homosexuelle

24. Oktober 2002, 12:37
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London: Vier Männer und eine Frau erhalten zusammen 591.359 Euro nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshof

Straßburg - Großbritannien muss vier männlichen Homosexuellen und einer lesbischen Frau, die wegen ihrer sexuellen Neigung aus der Armee entlassen wurden, insgesamt 591.359 Euro Schadenersatz zahlen. Dies ordnete der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Dienstag an. Die Straßburger RichterInnen bewerteten die Entlassung der ehemaligen Armee-Bediensteten als Verstoß gegen das Recht auf Familienleben, das in Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert ist.

Die heute 30-jährige Frau und die zwischen 33 und 45 Jahre alten Männer wurden entlassen, nachdem sie sich zu ihrer Gleichgeschlechtlichkeit bekannt hatten. Wegen ähnlicher Fälle hatte der Gerichtshof London bereits 1996 und 1999 verurteilt.

Die Urteile der Straßburger RichterInnen sind für die 44 Mitgliedsstaaten des Europarats bindend. Großbritannien hat mittlerweile der Diskriminierung von homosexuellen Armee-Angehörigen ein Ende gesetzt. (APA)

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