FAZ publiziert "Liste" mit Forderungen Washingtons an Berlin

22. Oktober 2002, 21:58
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Schröder soll beim NATO-Gipfel "zweite Chance" erhalten

Frankfurt/Main - Die US-Regierung fordert von Deutschland nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) Entgegenkommen in mehreren Fragen als Voraussetzung für die Verbesserung der derzeit angespannten Beziehungen. Dabei gehe es vor allem um die Haltung der deutschen Bundesregierung zur Irak-Frage auf dem NATO-Gipfel im November in Prag, zur Einrichtung einer schnellen NATO-Eingreiftruppe und zur Aufnahme der Türkei in die EU, schreibt die FAZ in ihrer Mittwochsausgabe. Vertreter der deutschen Rot-Grün-Regierung hätten die Existenz einer "Liste" mit Forderungen bestätigt, aber keine Angaben über den Inhalt oder zur Haltung der Bundesregierung gemacht.

Beim Prager Gipfeltreffen der NATO solle Deutschland eine "zweite Chance" bekommen, schreibt die Zeitung. Dabei wolle US-Präsident Georg Bush den Irak zum Hauptthema machen. Washington erwarte, dass Bush sich auf die einhellige Zustimmung des Bündnisses stützen könne. Das Verhältnis zwischen Washington und Berlin hatte sich im deutschen Wahlkampf sehr verschlechtert, wo Schröder aus wahltaktischen Gründen offen gegen eine US-Militäraktion im Irak eintrat.

Außerdem erwarte die US-Regierung, dass sich Berlin im Fall eines Krieges nicht gegen eine Unterstützung der US-Truppen durch die NATO stelle und die Nutzung der militärischen Infrastruktur nicht blockiere, hieß es in dem FAZ-Bericht weiter. Unterstützung wird von Berlin nach dem FAZ-Bericht auch bei der Einrichtung der schnellen NATO-Eingreiftruppe erwartet, die zur weltweiten Bekämpfung des Terrorismus gedacht sei. Außerdem verlange Washington, dass die deutsche Bundesregierung dem Wunsch der Türkei nach Aufnahme in die EU aufgeschlossen gegenüber steht. (APA/dpa)

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