Chance für Krebspatienten: Der genetische Fingerabdruck

1. August 2003, 20:37
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"Schritt zur praktischen Umsetzung ist nicht mehr weit", meinen Experten

München - Der genetische Fingerabdruck des Menschen eröffnet nicht nur für Kriminologen, sondern auch für Mediziner neue Chancen. Durch eine Entschlüsselung des Genoms könnte die Krebs-Behandlung mit Medikamenten zielgerichteter und effektiver erfolgen, erklärte der Mediziner Prof. Wolfgang Hiddemann am Dienstag in München.

"Der Schritt zur praktischen Umsetzung ist nicht mehr weit", sagte der Experte vom Universitätsklinikum München-Großhadern im Vorfeld der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Die Möglichkeiten, die für die Krebsbehandlung durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms entstehen, sind zentrales Thema des Fachkongresses.

Durch einen Vergleich von kranken und gesunden Zellen könnten die Gene herausgefiltert werden, die für das Wachstum von Krebszellen verantwortlich sind. "Wir arbeiten in Großhadern derzeit an einem genetischen Fingerabdruck der Leukämie", sagte Hiddemann. Ziel sei es, verschiedene Unterformen der Blutkrebserkrankung zu typisieren, um dann mit einer effektiveren Behandlung beginnen zu können. (APA)

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