Gegen miese Elefanten-Haltung

23. Oktober 2002, 13:41
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Britische Studie prangert Lebensbedingungen von Zoo-Elefanten an - Gehege sind zu klein und nicht artgerecht

London - Die Elefantenhaltung in europäischen Zoos ist nach einer britischen Studie so schlecht, dass die meisten Tiere jung sterben. So hätten asiatische Arbeitselefanten immerhin eine Lebenserwartung von 30 Jahren, während Zoo-Elefanten im Durchschnitt nur halb so alt würden. Ein anderes Anzeichen für das schlechte Leben im Zoo sei, dass 35 Prozent der weiblichen Elefanten dort nie Nachwuchs bekämen. Die Studie, die am Mittwoch veröffentlicht werden soll, wurde von der Königlich-Britischen Tierpolizei (RSPCA) erstellt, einer gemeinnützigen Stiftung.

Als Gründe für den vorzeitigen Tod nennt die Untersuchung zu kleine und nicht artgerechte Gehege, meist ohne Gras, eine schlechte Ernährung, Erkrankungen und eine häufig unnatürliche soziale Zusammensetzung der Elefantengruppen. Viele Tiere litten auch unter der rauen Behandlung durch ihre Pfleger. Rob Atkinson, Leiter der RSPCA-Abteilung für Wildtiere, sagte: "In den weitaus meisten unserer Zoos versuchen die Elefantenwärter, die Tiere mit psychologischen Mitteln zu dominieren - durch physische Beschränkung und Bestrafung." Der Experte forderte, stattdessen nach einem Belohnungssystem vorzugehen. Mittelfristig sei die RSPCA dafür, Elefanten nicht mehr in Zoos zu halten. Die Einfuhr und die Zucht der Tiere sollten mit sofortiger Wirkung eingestellt werden.

Der Londoner Zoo hatte seine Elefantenhaltung kürzlich nach mehr als 100 Jahren aufgegeben. Zuvor war ein Pfleger von einem der Tiere getötet worden. (APA)

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    Onkel Doktor auf Visite im Leipziger Zoo.

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