Wien: FBI ließ den Mafiajäger ausrutschen

23. Oktober 2002, 20:37
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Wegen Amtsmissbrauchs angeklagter Ex-Agent beteuert weiterhin seine Unschuld

Wien - "Ich bin ein Agent vom FBI": Mit diesen Worten stellte sich Paul C. im Verfahren gegen einen hochrangigen ehemaligen Mafiajäger des Innenministeriums am Mittwoch in Wien dem Gericht vor. Der angeklagte Oberstleutnant soll einen mutmaßlichen Paten, den er als V-Mann führte, vor den Ermittlungen anderer Polizisten geschützt haben. Als die Kollegen dem Mann bereits dicht auf den Fersen waren, soll der Spitzenbeamte versucht haben, seinen Informanten - einen in Österreich lebenden ehemaligen Polen - über das Zeugenschutzprogramm des FBI außer Landes zu schaffen. Die Vorgesetzten des Beamten wussten davon nach deren eigener Angaben nichts.

"Ich habe keine Motivation gehabt, dem Jeremiasz B. zu helfen. Unsere Meinung war, er manipuliert die Polizeibehörden und die Gerichte", sagte der 45-jährige US-Beamte Paul C. dazu im Zeugenstand. Ähnlich sieht es auch Staatsanwalt Walter Geyer, für das Verfahren gegen Jeremiasz B. zuständig: Auch er habe den Eindruck gewonnen, der mutmaßliche Pate habe die Polizisten manipuliert und für seine eigenen Geschäfte missbraucht. (APA)

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