Heftige Schlacht um "IHT"

23. Oktober 2002, 18:47
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"Washington Post" verkaufte Anteil unter Druck

Der Komplettübernahme der International Herald Tribune (IHT) durch die New York Times ist ein heftiger Kampf zwischen zwei der renommiertesten US-Verlagshäusern vorangegangen. Wie die IHT am Dienstag berichtete, hat die New York Times erst mit massivem Druck und Drohungen die Washington Post dazu gebracht, sich von ihrem 50-Prozentanteil zu trennen.

Zuvor hatte die Post versucht, der Times den Anteil an der IHT abzukaufen, hieß es, wurde aber der abgewiesen. Als die Times schließlich damit drohte, der IHT jede Unterstützung zu entziehen, gab ihr Verleger Donald Graham schließlich nach, um die Zukunft des Gemeinschaftsprojektes nicht zu gefährden. "Diese Entscheidung kam mit großem Zögern und Traurigkeit gefällt - und wenig Wahl", schrieb die Post in einem Brief an ihre Mitarbeiter.

Globale Expansion

Die Trennung bedeutet, dass die IHT in Zukunft kein Material mehr von der Post übernehmen wird. Diese werde nun andere Kanäle für die internationale Verbreitung ihrer Artikel und Kommentare suchen, hieß es. Für die Times ist die Übernahme der IHT Teil einer großen globalen Expansion, die letztlich sogar in der Umbenennung in eine New York Times International münden könnte.

Times und Post waren seit 1967 an der IHT beteiligt, 1991 erhöhten beide ihre Anteile auf 50 Prozent. (red/DER STANDARD, Printausgabe vom 24.10.2002)

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