Exportschlager "Produktfriedhof"

22. Dezember 2005, 15:45
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"Süddeutsche", "FAZ" und "Welt" über "Woman" Deutschland

Nicht vorenthalten wollen wir dem etat-User Stimmen aus Deutschland zum soeben erfolgten Export von "Woman" zum großen Nachbarn.

Die "Süddeutsche" (Vorsicht: am STANDARD beteiligt!): "Hier ein Kasten, dort eine Grafik. Zudem fallen die vielen ,Produktfriedhöfe' ins Auge: So nennt man in der Branche Strecken, auf denen Konsumgüter unter Angabe von Preis und Bezugsquelle liebevoll arrangiert werden. Kurzum: Das alle 14 Tage erscheinende Woman verschweigt seine Herkunft nicht - es geht zurück auf die östereichischen Verleger Helmuth und Wolfgang Fellner..."

Nicht nett schreibt dieselbe: "Das Objekt ähnelt dem Wochentitel Vivian, den der Burda Verlag vor zwei Jahren als feminines Pendant zu Focus startete. Mangels Leserinnen aber wurde das Offenburger Blatt nach nicht einmal drei Monaten eingestellt."

Da loben wir uns die "Frankfurter Allgemeine": "Mit Woman kopiert Gruner+Jahr ein österreichisches Erfolgsprodukt aus dem News-Verlag, das von Anfang an reißenden Absatz fand."

Aber weil Chefredakteur Karsten Flohr von einem "genial einfachen Konzept" spricht, schreibt die "FAZ": Vielleicht ist ja das Geniale daran, dass es sich nicht im Mindesten genial anhört."

Die "Welt" ist nicht wirklich nett zu "Woman": "Die vielen Klein-klein-Themen sind nicht besonders geiststreichelnd ("Lachen - das beste Rezept für Leistung und Erfolg"), aber die Nebenherhinweise machen Lust aufs Blättern. Wir lernen: Alte Flohmarktlöffel, Wäscheklammern, oder Topfkratzer eignen sich hervorragend als Kerzenständer. Wie gesagt: Aufs Blättern macht "Woman" Lust - aufs Lesen nicht." Und: "Die einzelnen Artikel passen in eine Ampelphase."

Noch einmal die "Welt", diesmal etwas hochnäsig gegenüber dem österreichischen Publikum: "Das Blatt-Konzept wurde in Österreich von der "News"-Verlagsgesellschaft erfolgreich gestartet, für die deutsche Version hat man das Layout und die Texte etwas hochwertiger gestaltet - das Grundmuster "Am besten alles" bleibt." (fid)

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