Boris Becker muss selbst im Gerichtssaal erscheinen

22. Oktober 2002, 16:59
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Dem Ex-Tennis-Star wird Steuerhinterziehung vorgeworfen - Vermuteter Betrag: Zwischen 320.000 bis 1,9 Millionen Euro

München - Tennisidol Boris Becker muss in seinem Steuerprozess ab Mittwoch persönlich vor Gericht erscheinen, er kann sich nicht von seinen Anwälten vertreten lassen. In einem Strafverfahren könne der Angeklagte nur in Ausnahmefällen vom Prozess freigestellt werden, sagte am Dienstag Beckers Anwalt Jörg Weigell in München.

Die Staatsanwaltschaft wirft Becker vor, 1991 bis 1993 nur zum Schein im Steuerparadies Monte Carlo gewohnt und dem deutschen Fiskus de facto erhebliche Summen vorenthalten zu haben.

Verhandlung auf drei Tage angesetzt

Becker muss sich wegen Steuerhinterziehung verantworten, die Verhandlung ist auf drei Tage angesetzt und wird von Richterin Huberta Knöringer geleitet. Die "Bild"-Zeitung zitierte die Juristin in Bezug auf Becker am Dienstag mit den Worten: "Ich hätte ihm das gerne erspart."

Zwar weisen Justizbehörden und Anwälte beharrlich Spekulationen zurück, wonach mit Justitia bereits vor dem ersten Verhandlungstag ein Arrangement getroffen wurde. Vieles deutet aber auf einen Kompromiss hin, in Steuerstrafsachen ist ein solcher Deal nicht unüblich.

Vermutet werden strafrechtlich relevante Beträge von 320.000 bis zu 1,9 Millionen Euro. (APA)

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