Erfolgsbericht des Angewandten-Rektors

22. Oktober 2002, 15:35
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Bast schwärmt von "einer der besten Kunstunis der Welt", Erfolgen, Ehrenringen, aber auch Pannen

Wien - In einem "Jahres-Gespräch" berichtete Rektor Gerald Bast am Dienstag über die jüngsten Erfolge und Pläne innerhalb der Universität für Angewandte Kunst. So konnte etwa Architekt Greg Lynn als Nachfolger der Professur Hans Holleins gewonnen werden. Weiters startet das EU-Karriereförderungsprojekt für Absolventinnen, neue Ehrenringe sollen vergeben werden, der Dachbodenausbau steht vor seinem Abschluss, und das studentische "Damaskus-Projekt" soll fortgesetzt werden.

"Herzens"-Projekt braucht Sponsor

Als "Herzensangelegenheit" bezeichnete Bast das "Damaskus-Projekt". Dabei haben im Vorjahr 30 Studenten ein Monat lang an der Kunstfakultät von Damaskus an Projekten gearbeitet, die sie in Wien entwickelt hatten. Ziel ist es, "die Studenten einer anderen Kultur auszusetzen, damit sie lernen, ihre Ansätze woanders zu spiegeln". Notwendig ist dafür allerdings ein Sponsor, der an die 20.000 Euro bereitstellen müsse. Für das nächste Jahr stehen die Chancen für eine Fortsetzung laut Bast jedenfalls gut.

Lynn als Hollein-Nachfolger

Die Nachfolge der Professur Hans Holleins übernimmt der US-Architekt Greg Lynn, was Bast als Beweis für den "guten Ruf" der Kunstuniversität sieht. "Mit Geld können wir ihn ja nicht gerade locken. Aber die Angewandte gehört zu den besten der Welt!", ist er überzeugt. Auch eine kürzlich gemachte Umfrage bei Absolventen habe höchstes Lob ergeben. Die meisten attestierten ihrem Studium auch eine gute Vorbereitung für das Berufsleben.

Ehrenringe

Auch auszeichnen will die Angewandte künftig, und zwar in Form von jährlich vergebenen Ehrenringen, die Paolo Piva entworfen hat. Heuer erhalten Peter Gorsen, Hans Hollein, Wilhelm Holzbauer und Maria Lassnig die ersten, "als Zeichen der Verbundenheit mit unserer Institution", wie Bast meinte.

Ausbau bald vollendet

Froh stimmt ihn weiters das endlich absehbare Ende des Dachbodenausbaus, der für zusätzliche 1.000 Quadratmeter an Nutzfläche sorgen wird. Die beauftragte Firma hatte die Belegschaft der Angewandten im wahrsten Sinn "im Regen stehen gelassen", als sie das vorgesehene Glas für die Überdachung nicht montierte. Nach juristischen Schritten entschied man sich für eine andere Firma, die das Werk demnächst vollenden wird.

"Endlich ein Designzentrum in Wien"

Für Ausstellungen hofft man weiterhin auf die Kooperation mit dem Künstlerhaus. Aber auch der Heiligenkreuzerhof und der "Project Space" der Kunsthalle Wien sind ständige Partner. Auf Partnersuche begibt sich der Rektor auch im Bereich der Wirtschaft, vor allem um "österreichisches Design" zu forcieren, sein zweites Herzensprojekt:"Wir brauchen endlich ein Designzentrum in Wien. Das muss aber ein politisch fundiertes Entwicklungsprojekt sein in Zusammenarbeit mit den Kunstuniversitäten und der Wirtschaft".

Studienrichtung "Architektur" evaluieren

Doch zunächst steht noch die Evaluierung der Studienrichtungen "Architektur" an, die mögliche Synergien zwischen den drei in Wien befindlichen Standorten anstrebt. Welches Resultat er sich vorstellen kann? "Die Angewandte bleibt so wie sie ist, das ist klar", meinte der unerschütterliche Rektor dazu. (APA)

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