SPÖ für Ministerium für Unterricht und Kunst

23. Oktober 2002, 19:18
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Gusenbauer gegen Trennung zwischen Kunst und Kultur

Wien - Sollte die SPÖ nach der Wahl den Kanzler stellen, will SP-Spitzenkandidat Alfred Gusenbauer wieder ein Ministerium für Unterricht und Kunst einrichten, das für Bildung, Kunst und Kultur zuständig ist. Das erklärte Gusenbauer in der neuen Ausgabe der Info-Illustrierten "News". Als "Beispiel geistiger Verkommenheit" bezeichnete er die Wortmeldung von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) im Zusammenhang mit der Rede von Andre Heller bei der Verleihung der Nestroy-Preise und beklagt parteipolitische Einflussnahme auf den ORF.

Klimas Entscheidung revidieren

Mit einem Ministerium, das neben Bildung für Kunst und Kultur zuständig ist, würde Gusenbauer die vom ehemaligen SPÖ-Kanzler Viktor Klima Anfang 1997 durchgeführte Trennung zwischen Kunst und Kultur wieder rückgängig machen. Ob Gusenbauers Ministerium für Unterricht und Kunst auch für Medien zuständig sein soll, geht aus dem - vom Kabarettisten Alfred Dorfer geführten - Interview nicht hervor.

Kein Lehrer und kein Künstler als Kulturminister

Die SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen hatte kürzlich ein "eigenes Kunst-, Kultur- und Medienministerium" gefordert. Geführt werden sollte das Ministerium nach Ansicht Gusenbauers weder von einem Lehrer noch von einem Künstler, sondern von "jemandem mit Akzeptanz in der Kunstszene, der auch die bildungspolitische Vision mitbringt und beide verschränken kann".

"Geistig verkommen"

Zur Kritik von Gehrer an Hellers politischer Laudatio für den Nestroy-Preisträger Claus Peymann meinte Gusenbauer: "Dass sich die Bildungsministerin des Landes zu Wort meldet und zur Zensur aufruft, ohne sich mit der Rede argumentativ auseinander zu setzen, ist ein Beispiel für geistige Verkommenheit."

Wunsch: Ein Fernsehen wie die BBC

Im Zusammenhang mit dem ORF beklagt Gusenbauer parteipolitische Einflussnahme auf den Sender. "Mir wird berichtet, dass es auch vorher nicht immer sehr fein zugegangen ist. Aber so schlimm wie jetzt war es noch nie", sagte Gusenbauer, der sich für Österreich ein Fernsehen wie die BBC wünscht - "völlig unabhängig von der Regierung". (APA)

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