VBV-Vorsorgekasse will "Nummer Eins" werden

22. Oktober 2002, 19:28
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25 Prozent des Marktes im Visier

Wien - 25 Prozent Marktanteil bzw. die Marktführerschaft im Bereich "Abfertigung neu" peilt die VBV-Mitarbeitervorsorgekasse AG an und sieht sich auf Grund der starken Aktionärs-Vertriebspartner - von Bank Austria Creditanstalt, Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtischer Versicherung abwärts - auch gut gerüstet dafür. Eine Zinsgarantie will man über die gesetzlich vorgegebene Kapitalgarantie hinaus nicht geben. Den Break-even will die VBV nach sieben Jahren erreicht haben, wobei man mindestens 200.000 Arbeitnehmer als "kritische Untergrenze" für jede der bisher sieben konzessionierten neuen Kassen ansieht.

Bei den Verwaltungskosten lockt man mit niedrigen 1 Prozent im ersten Jahr, im zweiten Jahr sind es dann jedoch 2,9 Prozent der Beiträge. Die 2,9 Prozent reduzieren sich dann in der Folge jeweils alle drei Jahre um 0,2 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent ab dem 18. Beitragsjahr, wo dann Schluss ist. Die Vermögensverwaltung kostet 0,75 Prozent - ein Viertel unter der maximal erlaubten Höhe und auch unter der Grenze, die das Gesetz ab 2005 vorsieht.

Keine eigene Zinsgarantie

Eine eigene Zinsgarantie, wie etwa die MVK des Raiffeisensektors, will man neben der gesetzlich normierten Bruttokapitalgarantie nicht geben, da die am Markt erzielbare Performance laufend durch Garantiekosten geschmälert werde. Zudem könne eine Netto-Zinsgarantie von zum Beispiel 3 Prozent im ersten Jahr auf Grund hoher Verwaltungskosten sogar unter der Kapitalgarantie liegen. Sinnvoller sei es, die Verwaltungskosten möglichst niedrig zu halten, sagte VBV-Vorstandsdirektor Martin Vörös am Dienstag in einem Pressegespräch. Zudem vertrete man den Grundsatz, dass man nicht mehr versprechen könne als am Markt zu erzielen ist.

In der Veranlagung will man in der "Startphase" mit einem 80-Prozent-Anteil an Renten und Darlehen sehr stark auf Sicherheit setzen, so Vörös und sein Vorstandskollege Heinz Behacker. Je 10 Prozent sollen als Cash-Reserve gehalten bzw. in Aktien veranlagt werden. Den genauen Veranlagungsmix werde man erst im Februar oder März konkret nennen können, so Behacker. Wann danach in die "Reifephase" mit höheren Aktien(fonds)-Anteilen gegangen wird, hänge vom Wachstum des gesamten Veranlagungsvolumen, also auch von den Übertragungen von Alt-Abfertigungs-Ansprüchen ab, die bei der VBV mit 0,75 Prozent bzw. maximal 250 Euro pro Arbeitnehmer nur halb so viel wie gesetzlich möglich kosten.

Hochrentierender Multi-Manager- und Multi-Stil-Ansatz

Längerfristig wolle man in der Veranlagung zum hochrentierenden Multi-Manager- und Multi-Stil-Ansatz wechseln. Nur so sei langfristig der gewünschte Ertrag von 6 Prozent im Jahr zu erzielen. In der Veranlagung hat sich die VBV zudem nach eigenen Angaben zu einer nachhaltigen ethischen Ausrichtung verpflichtet. So werde nicht in so genannte "Schurkenstaaten" oder in Sektoren wie Rüstung, Nuklearindustrie oder Pornographie investiert. Betonen wolle man hingegen "grüne Investments" wie Alternativenergie, Wasseraufbereitung oder im Bereich Gesundheit und Soziales.

Mit dem dichtesten Vertriebsnetz aller Abfertigungskassen habe man die beste Ausgangsposition, betonte Behacker. Vertriebspartner der VBV sind die Aktionäre der Vereinigten Pensionskasse sowie der BVP Pensionskasse. Bei der "Vereinigten" sind dies Bank Austria, Erste Bank, Wiener Städtische, die Sparkassen und die Österreichische Beamtenversicherung, bei der "BVP" etliche kleinere Banken und Versicherer sowie ebenfalls die Erste Bank und der frühere Creditanstalt-Teil der BA-CA.

Jeder Arbeitnehmer, dessen Abfertigungsanspruch bei VBV verwaltet wird, kann über ein individuelles Internetkonto laufend seinen aktuellen Stand abfragen, das Veranlagungsreporting wird monatlich aktualisiert. Ein Kalkulationsrechner, der ebenfalls auf der Homepage http://www.vbv.co.at abrufbar ist, soll allen Arbeitnehmern ermöglichen, ihre persönliche Abfertigung zu berechnen und als Entscheidungshilfe dienen, wenn es darum geht, ab 2003 in das System "Abfertigung Neu" umzusteigen.(APA)

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