Erhaltung von "Radio dva" gefordert

22. Oktober 2002, 14:47
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Kärntner Slowenen gegen Einstellung des Minderheitensenders

Die slowenische Volksgruppe fordert den Erhalt des Minderheitensenders "Radio dva". Nach jüngsten Gesprächen mit ORF-Generaldirektorin Monika Lindner zeichne sich noch immer keine Lösung ab, so dass mit 1. Jänner 2003 das Aus für das zunehmend beliebte slowenische Hörfunkprogramm in Kärnten drohe, stellte der Obmann der Einheitsliste (Enotna Lista, EL), Andrej Wakounig, am Dienstag in einer Aussendung fest.

"Auf die Interessen der Volksgruppen verstärkt Bedacht zu nehmen"

Eine Einstellung von "Radio dva" verstößt aus der Sicht Wakounigs allerdings gegen folgende Verpflichtungen der Republik Österreich, auf Grund der Charta der Regional- und Minderheitensprachen "die Existenz mindestens einer Radiostation zu garantieren, die ausschließlich oder zur Hauptsache in der Minderheitensprache sendet". Außerdem habe der ORF gemäß der Erläuterungen zum neuen ORF-Gesetz "auf die Interessen der Volksgruppen verstärkt Bedacht zu nehmen". Auch der Publikumsrat des ORF habe die Einrichtung von je einem Volksgruppen-Hörfunkkanal des ORF für das Burgenland und für Kärnten vorgeschlagen und bis zu einer Realisierung dieser Maßnahme für den Erhalt des bestehenden Angebots (inklusive "Radio dva") plädiert.

EL-Obmann Wakounig machte daher die Parlamentsparteien nun darauf aufmerksam, dass nach den Neuwahlen möglichst rasch die finanziellen Probleme des ORF zu lösen seien. Bis dahin solle der ORF die einschlägigen Bestimmungen einhalten und den Erhalt von "Radio dva" sicherstellen. (APA)

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